PROLEGOMENA.
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selbständige Recension förmlich anerkannt war, worauf auch diein den Scholien (zu 21,133.147) gemachte Unterscheidung einerαρχαία und einer δημώδης (εχδοσις) hinzuweisen scheint.Vervollständigt wird dieser Beweis durch die von F. Schultz (decodicibus quibusdam Demosthenicis ad orationem Philippicmn ter-tiam nondum adhibitis, Berol. 1860) mitgeteilten Lesarten einerflorentinischen Handschrift der bibl. Laurent, aus dem 13. Jahr-hundert 74 ), welche, ohne unmittelbar aus ^geflossen zu sein, wasanzunehmen wieder gewisse Abweichungen nicht gestatten, dochund zwar gleichfalls in ihrer ersten Niederschrift hinsichtlich je-ner Auslassungen in dem Grade mit ihm übereinstimmt, dafs sieunbedenklich als zweites Beispiel der älteren Recension angesehenwerden kann. Die Zusätze der jüngeren jedoch sind nicht insge-samt von einer und derselben Hand gemacht, wie sich schondaraus ergiebt, dafs sie nicht sämtlich in allen interpoliertenHandschriften sich befinden, sondern bald stellenweise über ein-zelne Handschriftengruppen zerstreut, die eben dadurch ihrenverwandtschaftlichen Zusammenhang zu erkennen geben, baldeinzeln in dieser oder jener Handschrift, woraus hervorgeht,dafs, nachdem einmal die Bahn der Erweiterung gebrochen war,die Interpreten in dieser Richtung mehr oder weniger auf eigeneHand fortarbeiteten. Auch ihrem Gehalte und ihren Motivennach sind sie verschieden: bald sind es nur einzelne oder wenigeWorte, um hier und da etwas mehr Licht und Schatten anzu-bringen und das, was nur Umrifs ist, weiter auszuführen, baldganze Sätze, darauf berechnet, entweder einen minder schroffengefälligeren Übergang zu finden (wie §§ 6. 7. 46) oder denA Ver-ständnis zu Hülfe zu kommen (wie § 44) oder Historisches auseigener Lektüre anzuknüpfen (wie §§ 32. 58. 71. 72) u. a. m.,was der Leser bei einiger Aufmerksamkeit leicht selbst ausfindigmachen wird. Was aber nicht minder bedeutsam ist, die Redegewinnt, wenn man sie ohne diese Zusätze liest, ohne auf deranderen Seite an logischer Klarheit zu verlieren, an Kraft undGedrungenheit und an der Schärfe und Bitterkeit, welche imMunde des D., wenn jemals, unter den damaligen Umständenganz an ihrer Stelle war. Übrigens sind bei Angabe jener hand-schriftlichen Abweichungen so weit thunlich die üblichen Zeichenbeibehalten worden.
74) Nachmals ist dieselbe Handschrift von Rehdantz zu den sämt-lichen Philippischen Reden für die zweite Auflage seiner Bearbeitungausgewählter Reden des D. und zu der 18. und 19. Rede von demselben,sowie zur 20. von A. Wilmanns für Vömel verglichen worden.