PROLEGOMENA.
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von Athen längst eine andere Wendung genommen haben, aber nurblinder Parteihafs konnte das über den Staat gekommene Unglückals eines betrachten, an der er die moralische Schuld trüge. Kaumwar das Unglück geschehen, so erhob auch schon die makedo-nische Partei übermütig das Haupt und hetzte Tag um Tag ihreRabulisten mit allerhand Klagen und Beschwerden auf ihn. 66 )Das Volk dachte edler und gab ihm seine Sympathie in ehren-vollster Weise zu erkennen: nicht nur frei sprach es ihn von allerSchuld, sondern übertrug ihm auch die zum Andenken der Ge-fallenen zu haltende Leichenrede, und in seinem Hause, als in demdes besten Patrioten, richteten die Angehörigen der Gebliebenendas übliche Leichenmahl aus. 67 )
15. Wider Erwarten bot Philippos einen günstigen Frieden:aber die Freiheit war doch dahin. Gleichwohl gaben D. und seineFreunde die Hoffnung nicht auf, das Vaterland von dem verhafstenJoche wieder zu befreien, und schlossen sich dem günstigenAugenblicke entgegensehend um so fester aneinander. Eben dar-auf war auch die im nächsten Jahre auf Antrag des D. unternom-mene gründliche Reparatur der Festungswerke der Stadt und desPeiräeus gerichtet, an welcher er selbst sich durch Schenkungenlebhaft beteiligte. 68 ) Durch des Philippos schon Ol. 111, 1. 336erfolgten Tod schien die Hoffnung dieser Partei ihrem Ziele näherzu rücken. Überall in Griechenland begann es zu gähren, im Pe-loponnes, in Thessalien, Ätolien, Ambrakia: Theben stand auf, umdie makedonische Besatzung aus der Kadmeia zu vertreiben. Esversteht sich, dafs Athen nicht ruhig bleiben konnte. Die Patrio-ten jubelten, man stellte auf die Nachricht vom Tode des Philip-pos Freudenfeste an, D. selbst, obwohl er kurz vorher seine ein-zige Tochter durch einen frühen Tod verloren hatte, erschienbekränzt und mit weifsem Gewände angethan 69 ) und rief das Volkaufs neue gegen Makedonien auf. Alexander war jedoch nicht derSchwächling, für welchen er ihn gehalten zu haben scheint. 70 )Unerwartet erschien derselbe mit Heeresmacht in Böotien understickte durch sein blofses Erscheinen die Empörung im Keime.Auch Athen bot auf Antrag des Demades seine Unterwerfung an.Kaum hatte jedoch Alexander den Rücken gewendet, als in Thebenaufs neue der Aufstand losbrach. Den Häuptern der Volkspartei,denen inzwischen aus Persien reiche Geldmittel zur Unterstützungder Erhebung gegen Makedonien zugeflossen waren, gelang es
66) 1.8, 249. 67) 18, 285 1Γ. 68) S. die Einleitung zur 18. Rede.
69) Asch. 3, 77. Plut. Dem. 22. 70) Äscli. 3, 160.