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1 (1883) (IV.) Erste Rede gegen Philippos [u.a.] (I - III.) Olynthische Reden
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PROLEGOMENA.

bewegen, welche Ol. 107, 4. 349 von Pbilippos bedrängt sich mitihnen verbündet hatten. Dreimal gingen Hülfesendungen nachChalkidike, allein diese Unternehmungen wurden weder tüchtiggeleitet, noch mit dem gehörigen Nachdruck ausgefithrt, die drittekam überhaupt zu spät. Olynthos fiel Ol. 108,1. 348 in PhilipposHand und somit war die Unterwerfung der thrakischen Küste bisan den Strymon vollendet. 36 ) Jetzt erst erwachte ernstliche Be-sorgnis zu Athen. Gesandte wurden ausgeschickt an die griechi-schen Staaten, besonders an die des Peloponnes, um zu gemein-schaftlichem Widerstande gegen Philippos aufzurufen, doch ohneErfolg. Um so willkommener war es, dafs dieser selbst die Handzum Frieden bot. Es lag in seiner Politik, den Bogen weder aufeinmal noch zu stark zu spannen. Athen war aufmerksam undso schien es nicht ratsam mit Gewalt weiter vorzugehen, undüberhaupt lag ein Krieg mit Athen vor der Hand noch aufserseiner Berechnung. Jetzt lag ihm nur daran freie Hand zu haben,um auf der einen Seite in Thrakien seine Macht weiter auszudeh-nen, auf der andern die Thermopylen, den Schlüssel von Grie-chenland, in seine Gewalt bringen zu können. In dieser Absichtheuchelte er friedliche Gesinnungen gegen die Athener, und diese,des ebenso kostspieligen als langwierigen und erfolglosen Kam-pfes müde, gingen nichts Schlimmes ahnend in die Falle. AuchD. liefs sich täuschen und verwendete sich eifrig für den Frieden.Er selbst nahm mit teil an der Gesandtschaft, welche Ol. 108, 2.346 zur Feststellung der Friedensbedingungen an Philippos ab-ging: auch Philokrates war dahei, welcher die erste Anregung zuden Friedensverhandlungen gegeben hatte, undÄschines, der mitseiner glänzenden Beredsamkeit vor Philippos geglänzt habenwill, während D. vor demselben verstummt sein soll.

9. Diese Gesandtschaft wurde wahrhaft verhängnisvoll fürAthen. Zwar hatte Philippos schon vorher Verbindungen dortangeknüpft 37 ), doch war dies mehr versuchsweise geschehen:jetzt war der Verrat förmlich organisiert. Hier nämlich war es,wo durch den Glanz des makedonischen Goldes geblendet derunsaubere Philokrates, und höchst wahrscheinlich auch Äschines,obwohl er nicht lange vorher erst bei der Gesandtschaft nach demPeloponnes zuMegalopolis gegen Makedonien gedonnert hatte 38 ),von Philippos gewonnen wurden und in seine Dienste traten.Von jetzt an nahm das Parteiwesen zu Athen einen ganz ver-schiedenen Charakter an. Von den beiden Parteien, welche bis

36) S. die Einleitung zur 1.3. Rede.38) 19, 11.

37) I). 4, 18. 5, 6 ff.