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1 (1883) (IV.) Erste Rede gegen Philippos [u.a.] (I - III.) Olynthische Reden
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PROLEGOMENA.

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gerecht werden, die von denselben Empfindungen geboren dochin den Mitteln, dieselben bei den Zuhörern zu erregen, stets wech-seln. Nur eine Schwäche, wenn man es so nennen will, hafteteihm aus diesen seinen Lehrjahren an, welche zu der grofsen Sorg-falt, die er auf seine Vorträge verwendete, die Kehrseite bildet, derMangel an Fähigkeit frei und unvorbereitet zu sprechen. Nicht alsob ihm die Natur diese Gabe gänzlich versagt hätte, denn es istnicht glaublich, dafs ein Mann, der mitten im politischen Lebenstand und sich zum Leiter des Volks heraufgearbeitet hatte, dieKunst der Stegreifrede ganz entbehrt haben sollte. Nur wird ihmjene Schlagfertigkeit gefehlt haben, die ihn gewifs der Zungenfer-tigkeit anderer gegenüber in Nachteil setzte und ihm auch wohlVerlegenheiten bereitete, wenn das Volk, wie es öfter geschehensein soll, nach ihm rief. Dieses Fehlen mag ihm aber auch wohlVorteile eingebracht haben. Wie anders mufsten seine Worte, seineRatschläge wirken, wenn man von ihnen wufste, dafs sie nicht inder Ekstase geboren, sondern einem reiflichen Nachdenken dasLeben verdankten 18 ), wenn alles aber dennoch mit der Frischevon neuem erzeugt wurde, wie es in der stillen Kammer ge-wachsen war! Wir haben zwar jetzt seine Reden nicht in derursprünglichen Gestalt, sondern so wie er oder seine Freundesie niedergeschrieben und zur Veröffentlichung bestimmt haben aber gewifs sind auch unsere Reden Portraits der wirklich ge-haltenen. Warum hätte er, aufser in Kleinigkeiten, ändern sollen,was das athenische Volk begeisterte und es wenn auch nicht zumSiege, so doch zu einem ehrenvollen, schönen Tode geführthatte? Auch jetzt noch, wo sie doch gewifs nach ästhetischenGesetzen hier und da gebessert vorliegen, obwohl z. B. für dieKranzrede noch kein stringenter Beweis dafür vorgebracht ist,cfr. Fox S. 267, riechen die Reden des D. nicht nach der Lampe,was ein Witzbold jener Zeit ihnen vorwarf.

5. Die Zeit, in welcher D. seine politische Laufbahn be-gann, war zwar nichts weniger als eine friedliche, wohl aber imVergleich mit den überstandenen Stürmen eine verhältnismäl'sigruhige zu nennen. In den Staaten, welche bisher in erster Reihegekämpft hatten, war ein Zustand der Erschöpfung eingetreten.Spartas Hegemonie war in der Schlacht bei Leuktra gebrochenworden und mit dem Tode des Epameinondas war auch Thebenskurze, weil unnatürliche, Glanzperiode vorüber. So trat Athen,welches die Nachwehen des peloponnesischen Krieges äufserlich

18) D. 21,191. Leben der zehn Redner 84S b .