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PROLEGOMENA.
wenigstens längst verschmerzt, seine Mauern wieder aufgebautund seine Seeherrschaft wieder befestigt hatte, aufs neue an dieerste Stelle. Wie wenig aber auch Athen damals im stände warseinen alten Ruhm zu behaupten, zeigte der eben so unklug un-ternommene als unrühmlich geführte Bundesgenossenkrieg (Ol.105, 3. 357—106, 1. 335), welcher nicht nur grofse Summenverschlang und zuletzt die Staaten von Rhodos, Kos, Chios undByzanz von ihm losrifs, sondern auch die Athener in der öffent-lichen Meinung herabsetzte und das Vertrauen der kleinerenStaaten gegen sie erschütterte. Der nämliche Krieg sollte ihnenaber auch noch in anderer Beziehung verhängnisvoll werden,insofern als er ihre Aufmerksamkeit von Vorgängen ablenkte,welche dieselbe im höchsten Grade verdienten. Wenige Jahrezuvor (01. 105, 1. 360) war in Makedonien Philippos, des Amyn-tas Sohn, zur Regierung gekommen. Es war für die Athenerwegen ihrer Besitzungen an der makedonischen und thrakischenKüste von Wichtigkeit, einen ihrem Interesse ergebenen Fürstenauf dem makedonischen Throne zu sehen: sie hatten daher,namentlich auch in der Hoffnung so endlich ihre alte und wich-tige Besitzung Amphipolis wieder zu erwerben, den Mitbewerberdes Philippos, Argäos, mit einem Heere unterstützt. Philipposentledigte sich ohne grofse Mühe dieses Gegners, schlofs aber,von anderen Seiten bedrängt, mit den Athenern Frieden undentsagte allen Ansprüchen auf Amphipolis. Dieses selbst ver-mochten die Athener, da es sich inzwischen mit Olynthos ver-bunden hatte, nicht zu nehmen, sie rechneten aber stark auf dieDazwischenkunft des Philippos, und als dieser, nachdem er diePäoner und Illyrier überwunden, sich gegen diese Stadt wandte,wiesen sie selbst die freiwillige Ergebung der Stadt zurück, inder festen Hoffnung, Philippos werde sie, wie er versprochen,für sie erobern. Da kam der Bundesgenossenkrieg dazwischenund Philippos hatte freie Hand zu seinen Operationen. Amphi-polis kam zuerst in seine Gewalt, dann nacheinander Pydna, Po-tidäa, Methone, und die Athener konnten es nicht verhindern. 19 )In dieser Zeit war es, wo D. anfmg sich an den öffentlichen An-gelegenheiten zu beteiligen. Die erste seiner bekannt gewordenenStaatsreden, die über die Symmorien (14), sprach er 01. 106, 3.354. Athen war durch das unbesonnene Benehmen seines Feld-herrn Chares im genannten Kriege mit dem Könige von Persienin Konflikt geraten. 20 ) Die von diesem erhobenen Reklamationen
19) S. die Einleitung zur 1.—3. Rede. 20) S. zu 4, 24.