PROLEGOMENA.
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4. So dankbar nun auch diese Beschäftigung, die nur dadurcheinige Abwechselung erhielt, dafs er selbst zuweilen als Sachwalterpersönlich vor Gericht auftrat (wie für Ktesippos, s. die 20. R.BlafsS. 232), in mehr als einer Beziehung war, so konnte sie docheinem so strebsamen Geiste, der sich zu Höherem berufen fühlte,auf die Länge nicht genügen. D. selbst betrachtet seine logogra-phische Thätigkeit nur als eine Durchgangsstufe, die Gerichts-schranke als Vorstufe zur Rednerbühne. Auch hier aber solltenihm bittere Erfahrungen nicht erspart bleiben. Es scheint, seinerster Versuch, vor dem Volke zu reden, fiel ziemlich früh undbald nach dem gegen die Vormünder bestandenen Prozesse, dessenglücklicher, jedoch mehr durch das Rechtsgefühl der Richter unddurch seine eigene Beharrlichkeit als durch die Macht seiner Redeherbeigeführter Erfolg ihn etwas berauscht und zu einiger Über-schätzung seiner Kräfte verführt haben mochte. Genug, sein ersterVersuch und auch ein zweiter schlugen völlig fehl. Teils seineRede selbst, ungelenk und mit verwickelten Perioden überladen,teils und namentlich die Art des Vortrags, das ungebildete Organ,die schwache Stimme, die schwere Zunge (er konnte das R nichtrein sprechen) 16b ), der kurze Atem, dies alles machte einen un-angenehmen Eindruck auf die Versammlung: Lärmen und Ge-lächter entstand und D. mufste abtreten. Er wäre verzagt, wennnicht wohlgesinnte und urteilsfähige Freunde, unter denen be-sonders der Schauspieler Satyros genannt wird, sich seiner ange-nommen und durch Rat und Beispiel ihn auf den richtigen Weggeleitet und überzeugt hätten, dafs der Erfolg des Redners nichtsowohl auf einer nach den Regeln der Kunst ausgearbeiteten Redeals vielmehr auf dem Vortrage derselben beruhe. Hierauf be-gann er eine Reihe von Übungen. Was die Überlieferung darüberberichtet, mag nicht alles wahr sein: jedenfalls wird die That-sache dadurch erhärtet, dafs D. die Natur gezwungen und einleuchtendes Beispiel für immer hinterlassen hat, dafs der Menschin Aufserlichkeiten viel erreichen kann. Er soll sich zu diesem
16 b ) D. hatte den Fehler der τρανλότης; weder R noch L erklangenbei ihm scharf und rein. Auf diesen seinen Sprachfehler scheint sich daherbesonders der Spitzname Βάταλος zu beziehen, zumal wenn die Amme ihnso genannt hatte (balbus). Äschines allerdings sucht ihn auf unzüchtigenWandel zu deuten und ein üppiger ephesischer Flötenspieler war allge-mein unter diesem Namen bekannt. Was den anderen Stichnamen desDemosth. ’Αργάς betrifft, so soll ihm nach Grasberger: Die griechischenStichnamen, Würzburg 1883, nichts weiter zu Grunde liegen als die Ver-wechslung der νόμοι πονηροί eines Musikers mit den νόμοι des D.,die dieser als νομοποιός in seiner Art unter harten Kämpfen durchsetzte.