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1 (1883) (IV.) Erste Rede gegen Philippos [u.a.] (I - III.) Olynthische Reden
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PROLEGOMENA.

selbe Erfahrung war es, welche, weil sie ihn die Menschen kennengelehrt hatte, ihm bei dem Berufe, dem er sich hierauf ergab, zustatten kam, dieselbe Gesinnung, welche diesen, der wie alle aufErwerb gerichteten Beschäftigungen in den Augen der Athener alsminder ehrenvoll galt, gewissermafsen adelte. Von allen Mittelnentblöfst sah nämlich Demosthenes, um seine und der SeinigenExistenz zu fristen, zunächst sich genötigt aus seinen Gaben Ka-pital zu schlagen und mit dem, wenn schwunghaft betrieben,allerdings einträglichen Geschäfte eines λογογράφος sich zu be-fassen, einem Geschäfte, welches darin bestand, dem des Rechteswie der Kunst der Rede Unkundigen bei vorkommenden Rechts-streitigkeiten für angemessene Entschädigung die vor Gericht zusprechende Rede zu schreiben. Dieser ihm lieb gewordenen Be-schäftigung hat er auch später zur Zeit seines dem Staate ge-widmeten Lebens sich nie ganz auf die Dauer entzogen: alleindie Mehrzahl seiner für andere geschriebenen Reden, darunternicht wenige der noch vorhandenen, gehört ohne Zweifel demersten Decennium seiner rednerischen Thätigkeit, seiner Jugend-zeit, an. Man sieht, D. wufste sich das Zutrauen seiner Mitbürgerin hohem Grade zu erwerben und zu erhalten, und in diesemGlauben kann bei der sonstigen Gesinnungstüchtigkeit des Mannesselbst die offen und wiederholt ausgesprochene Beschuldigungdes Äschines lfi ) nicht irre machen, dafs er gegen seine Freundegeschrieben und die für die eine Partei geschriebene Rede andie andere verraten habe: eine von den vielen Lügen, und langenoch nicht die schlimmste, womit Äschines in den Augen derNachwelt am meisten sich selbst geschadet hat. Seine Privatredenzeigen die Kunst des Isäus, seines Lehrers, in der Gewandtheitder rechtlichen Beweisführung, das Studium des Lysias in derschlichten Eleganz der Erzählung; sie sind namentlich in der spä-teren Zeit freier von ungezügelten Äufserungen der Leidenschaftund verraten für einen Redner des Altertums verhältnismäfsigoft das Streben desselben dem Rechten zum Siege zu verhelfen.Freilich war auch D. ein Kind seines Volks und seiner Zeit. DieSophistik hatte das ohnehin schon die objektiven Thatsachen sub-jektivverflüchtigende, im Rassenstolz allzusehr befangene Volk derAthener noch mehr auf diese Bahn geführt und Selbsttäuschungenhervorgerufen. Und so ist auch die Beredsamkeit des D. nichtganz frei von dem Fluche geblieben, der durch Abstammung vonder Sophistik auf ihr lastet.

16 ) 1 , 131 . 2 , 165 . 3 , 173 .