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1 (1883) (IV.) Erste Rede gegen Philippos [u.a.] (I - III.) Olynthische Reden
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PROLEGOMENA.

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Nicht ohne vorteilhaften Einflufs auf dieselbe wird ein fleifsigerBesuch der Gerichtshöfe und der Volksversammlungen und einaufmerksames Studium der bedeutenderen Redner, namentlichdes Kallistratos 1 *), gewesen sein. Mehr aber noch verdankte erdem Unterrichte des I s ä o s. An diesen nämlich, welcher nächstIsokrates das gröfste Ansehen besafs und ihm an praktischerTüchtigkeit sogar überlegen war, schlofs sich Demosthenes da-mals als Schüler an, ja die Überlieferung läfst sogar denselben mitAufgebung seiner Schule vier Jahre lang sich einzig und alleinder Bildung des jungen Demosthenes widmen, freilich um denhohen Preis von zehntausend Drachmen. 12 ) Diese Nachricht klingtungeachtet der augenblicklichen Mittellosigkeit des Demosthenesdoch bei der sicheren Aussicht sein Vermögen wieder zu erwerbenkeineswegs unglaublich, glaublicher wenigstens als das άμισ&ιdes Suidas. Auf einen genauen Umgang mit Isäos weisen über-dies die Vormundschaftsreden (2731) hin, welche so im Geistund Ton dieses Redners gehalten sind, dafs alte Kritiker sie ge-radezu als dessen Eigentum betrachteten. 12b ) Die erste und wiees scheint die Hauptklage ging gegen Aphobos. 13 ) Demosthenesgewann aller Winkelzüge des Gegners ungeachtet und dieser wardzur Zahlung von zehn Talenten verurteilt 14 ), wufste sich jedochseiner Verbindlichkeit zu entziehen und den D. in andere ärger-liche Händel zu verwickeln. Auch gegen die beiden anderen Vor-münder ward die Sache anhängig 15 ) gemacht und wohl mit demnämlichen Erfolg entschieden: indefs war auch von diesen nichtsErhebliches zu erlangen, und so scheint D., sei es aus Gutmütig-keit oder aus Ekel an der Sache, zuletzt auf Wiedererstattungdes geraubten Gutes zum gröfseren Teil verzichtet zu haben. DieErfahrung war bitter, aber auch heilsam. Der tiefe Blick, den D.so früh schon in diesen Abgrund von Schlechtigkeit zu thun ge-zwungen war, diente dazu, seinen Charakter rascher zu ent-wickeln und jenes strenge Rechtsgefühl, jenen gründlichen Hafsgegen alles Schlechte und Gemeine in seiner Brust zu erzeugen,welcher fortan allen seinen Handlungen zur Richtschnur dienteund bis zu seinem letzten Atemzuge in ihm lebendig blieb. Die-lt) So hörte Demosthenes z. B. die glänzende Verteidigungsrede desKallistratos im oropischen Prozesse Ol. 103, 4, 365, nur nicht als Knabe,was die Überlieferung (Plut. Dem. 5. Leb. der zehn Redner 844 b . Gell,noct. att. 3, 13) hinzugedichtet. 12) Leb. d. zehn Redner 839e. 844«.

12 h) Vergl. darüber: Herforth, Über die Nachahmungen des Isäischenund Isokratischen Stils bei Dem., Grünberg 1880, mit den Zusätzen vonFuhr, Phil. Rundsch. 1881 S. 728. 13) D. 27, 12. 14) 29, 59.

15) 29, 6.