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von ihm bilden, was sich in der Theorie der Religion nicht vermeidenläßt, dann ist seine Bestimmung als „Denken des Denkens“ so unge-eignet wie möglich. Nur als ein atheoretisches Gebilde oder als Be-griff eines Unbegreiflichen läßt sich Gott noch theoretisch fassen, undreligiös bleiben alle theoretischen Begriffe von ihm unzureichend,denn sie kommen im Grunde, wie das Wort atheoretisch, daraufhinaus, zu sagen, was Gott nicht ist, sind also religiös „nichts-sagend“ oder leer.
Kurz, radikaler als es durch die kantische Umbildung des Er-kenntnisbegriffs geschieht, lassen sich die Voraussetzungen undFolgerungen des griechischen Intellektualismus im Prinzip nicht zer-stören, soviel Reste der alten Ansicht in Einzelheiten bei Kant auchnoch stehen geblieben sein mögen. Es eröffnet sich damit die Mög-lichkeit, eine umfassende Weltanschauungslehre auszugestalten, dieweit davon entfernt ist, durch die Theorie den theoretischen Men-schen zum Ideal des Menschen überhaupt zu machen und die atheo-retischen Eigenwerte, wenn sie sie theoretisch begreift, irgendwieanzutasten oder herabzusetzen. Der Bann des Intellektualismus,der nach den Zeiten der Renaissance und der Reformation die Philo-sophie zunächst, daran hinderte, zu dem modernen Kulturbewußt-sein seiner Totalität nach in eine fruchtbare Beziehung zu tretenund es mit Rücksicht auf seinen ganzen Umfang theoretisch zuwürdigen, ist jetzt endgültig durchbrochen.
Ja wir können noch mehr sagen und in gewisser Hinsicht sogleichüber die bloße Negation hinausgehen. Wir sind nicht nur mit einemSchlage von allen Konsequenzen des Intellektualismus befreit, son-dern erhalten den Ausblick auf eine neue Situation auch in positiverHinsicht. So hoch wir den Eigenwert der begrifflichen Forschungals theoretische Menschen im Sinne des Griechentums schätzen mö-gen, dürfen wir jetzt trotzdem im Begriff nicht mehr die einzigeForm des Welterfassens sehen. Der Logos stellt sich ledig-lich als eine der Formen dar, die der Mensch bei seinem Ver-halten zur Welt sich wählen kann, und es ist uns daher verboten,ihm Alleinherrschaft über das gesamte Kulturleben einzuräumen.Die anderen Seiten des Menschen bekommen also nicht nur imatheoretischen Leben Spielraum zu freier Entfaltung, sondern esentstehen auch für den theoretischen Menschen mit Rück-