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schaumig, und zwar nicht nur mit Rücksicht auf die Theorie des Er-kennens, sondern auch, ja gerade mit Rücksicht auf die allgemeinstenProbleme, die den Sinn des Kulturlebens und die Religion betreffen.
Im einzelnen läßt sich das für die früher hervorgehobenen Kenn-zeichen des Intellektualismus jetzt Punkt für Punkt leicht zeigen.Die theoretische Seite ist ohne weiteres klar. Die Welt braucht inihrer Totalität keinen begrifflichen oder logischen Charakter mehr zutragen. Ja ihr Sein kann mit dem Denken nicht mehr so zusammen-fallen, daß es sich nur als Gedanke denken läßt. Der theoretischeMensch darf nicht glauben, das Weltganze gleiche dem Geist, mitdem er es begreift. Auch wenn es ihm gelingt, seine Gedanken in einlogisches System zu bringen, ist er nicht berechtigt, anzunehmen,,daß die Welt selber ein logisch geordneter Kosmos sei. Zugleichfehlt jede Veranlassung dafür, das Irrationale und Sensible für einSein zweiten Grades oder gar für Schein zu halten. Ist doch dieSinnenwelt vielmehr nach Kant das Einzige, was wir erkennen,,indem wir sie in die Formen des Intellekts bringen. So steht sie demIntellekt näher als das übersinnliche Weltwesen, welches sich seinerHerrschaft völlig entzieht und insofern von allem wahrhaft Intelli-gibeln weit abliegt.
Damit ändert sich dann notwendig auch unsere Ansicht über dieBestimmung des Menschen. Nicht durch das theoretische Denkensetzen wir uns in Verbindung mit dem All, und nicht vom Intellektaus kann sich der Sinn unseres Lebens erschließen. So wenig wie derLogos die wahre Realität ist, darf er als der Weltzweck oder als dashöchste Gut gelten. Ist die Weltherrschaft der theoretischen Ver-nunft einmal zerstört, dann kann es uns nicht mehr einfallen, alleGüter der Kultur an intellektuellen oder logischen Werten messen zuwollen.
Endlich bekommt, wie kaum ausdrücklich gesagt zu werdenbraucht, auch die Religion ein völlig anderes Gesicht als im klassi-schen Griechentum. Lebt die Gottheit nicht mehr in der theoreti-schen Weltvernunft, so darf der Mensch auch nicht mehr glauben,durch theoretische Einsicht mit ihr religiös verbunden zu sein, undReligion muß etwas ganz anderes als adäquate Erkenntnis Gottesbedeuten. Gott liegt ebenso wie das Wesen der Welt außerhalb derintellektuellen Sphäre. Will die Philosophie trotzdem einen Begriff