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Kant als Philosoph der modernen Kultur : ein geschichtsphilosophischer Versuch
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Zusammenhang wichtig ist. Es gilt, mit Rücksicht auf die letz-ten Fragen, welche die Philosophie überhaupt zu stellen vermag, denüblichen Erkenntnisbegriff zu berichtigen, und zwar in einer Weise,die auf eine Umkehrung der bisher herrschenden Ansicht vom Wesender Objektivität oder der Beziehung des Erkennens auf seinenGe-genstand hinauskommt. Was das für die Philosophie der modernenKultur bedeutet, insofern dadurch der Intellektualismus zerstörtwird, ist jetzt klarzustellen. Wir knüpfen dabei an Kants Wortlautan und geben dann eine Interpretation unter dem uns leitenden Ge-sichtspunkt, die möglichst kurz den für uns entscheidenden Gedan-ken heraushebt.

Bisher nahm man an, alle unsere Erkenntnis müsse sich nach denGegenständen richten; aber alle Versuche, über sie a priori etwasdurch Begriffe auszumachen, wodurch unsere Erkenntnis erweitertwürde, gingen unter dieser Voraussetzung zunichte. Das kann manals gerichtet gegen die griechische Auffassung ansehen.Man ver-suche es daher einmal, ob wir nicht in den Aufgaben der Metaphysikdamit besser fortkommen, daß wir annehmen, die Gegenständemüssen sich nach unserem Erkenntnis richten. Im Anschluß hieranfolgt dann der berühmte Vergleich mit dem ersten Gedanken desKopernikus,der, nachdem es mit der Erklärung der Himmelsbe-wegungen nicht gut fort wollte, wenn er annahm, das ganze Sternen-heer drehe sich um den Zuschauer, versuchte, ob es besser gelingenmöchte, wenn er den Zuschauer sich drehen und dagegen die Sternein Ruhe ließ.

Der Gedanke ist in seiner allgemeinsten Form von Kant absicht-lich paradox, oder wie er sagt, widersinnisch zum Ausdruck gebracht.Wir versuchen, ihn ohne Paradoxie darzustellen, was schon mitRücksicht auf die Ueberschätzung des Paradoxen sich empfiehlt,wie sie aus den angegebenen Gründen im rationalistischen Europabesonders leicht entsteht. Mit negativem Intellektualismus, der dasAbsurde liebt, hat Kant nichts gemein. Zugleich ist die Darstellungso zu gestalten, daß die Beziehung zum Problem des Intellektualis-mus ausdrücklich hervortritt, und zu diesem Zweck reicht die allge-meinste Formulierung Kants nicht aus.

Wir sahen, wie es notwendig zur intellektualistischen Bestim-mung des Weltwesens kommt, solange man den Begriff für dessen