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intellektuellen, die ethisch-rationalen und die irrationalen, im Kriti-zismus grundsätzlich Platz geschaffen ist, und daß es daher auf seinemBoden möglich sein muß, eine allseitige Philosophie der differen-zierten modernen Kultur zustande zu bringen.
Auf die Klarlegung der angegebenen Punkte wollen wir uns imfolgenden beschränken. Das Wesentliche muß dabei zur Sprachekommen. Freilich liegt derGedanke nah, es sei außer der erkenntnis-theoretischen Grundlegung des Kritizismus, durch welche der In-tellektualismus zerstört wird, und den positiven Leistungen Kantsfür die kritische Herausarbeitung der atheoretischen Kulturgüter inihrer Eigenart endlich noch ein dritter Punkt zu erörtern. Das, wo-von wir bisher gesprochen haben, kann man sagen, ist modern indem Sinn, daß es dem Auflösungsprozeß entspricht, dersich in den Zeiten der Renaissance und der Reformation an der Kul-tur des Mittelalters vollzog. Es wird der Differenzierung der mo-dernen Kultur und der Verselbständigung ihrer verschiedenen Ge-biete gerecht, und ohne Frage genügt das auch, um Kant als Philo-sophen der modernen Kultur zu bezeichnen. Aber darf die Philo-sophie bei einem solchen analytischen oder ausbreitenden Verfahren,d. h. bei einer Trennung des Verschiedenen nach seiner Besonderheitstehen bleiben ? Muß sie nicht zu einer Synthese fortschreiten,die aus den Teilen wieder ein Ganzes macht?
Theoretische Vereinheitlichung wird man in der Tat als letzte Auf-gabe einer Philosophie der modernen Kultur ansehen, und dann er-gibt sich die Frage: hat das Denken Kants auch hierfür eine wesent-liche Bedeutung ? Müssen wir uns darauf beschränken, festzustellen,daß es einerseits den Intellektualismus zerstörte, andererseits demDifferenzierungsprozeß des modernen Kulturlebens positiv gerechtwurde, oder finden sich in ihm darüber hinaus schon Gesichtspunktefür eine neue Synthese, die ebenso umfassend wie vereinheit-lichend ist?
Eine wirklich begründete und erschöpfende Antwort ist mit großenSchwierigkeiten verknüpft und wird sich, besonders wenn man wie-der nicht bei dem Buchstaben Kants, der mehrfach zu Bedenkenherausfordert, stehen bleiben will, nur dadurch geben lassen, daßman auch auf die Wirkungen achtet, welche der Kritizismus in derFolgezeit ausgeübt hat. Daher verzichten wir darauf, im Zusammen-