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Schwerpunkt auf die Person und ihr unmittelbares Leben inGott legen, und zwar so, daß demgegenüber alles, was die äußere Or-ganisation und das begriffliche, also vermittelnde Denken betrifft,ihm unwesentlich wird. Auf das, was in der Einzelseele vorgeht,kommt es an, denn das allein entscheidet über das Verhältnis zumpersönlichen Gott, während alles, was der Mensch in der „Welt“ tutund von der Welt denkt, nur abgeleitete Bedeutung haben kann.
Begrifflich brauchen wir das nicht weiter auszuführen, denn aufbegriffliche Formulierungen kommt es dabei nicht an. Wir erinnernnur an einige Sätze aus Luthers Schrift über die Freiheit eines Chri-stenmenschen. Sie sagen das, was für die Erneuerung des Christen-tums hier wichtig ist, viel besser, als ausführliche wissenschaftlicheErörterungen es zum Ausdruck bringen könnten x ). „Darum“, er-klärt Luther, „sind die zwei Sprüche wahr: gute, fromme Werke ma-chen nimmermehr einen guten, frommen Mann, sondern ein guter,frommer Mann macht gute, fromme Werke; böse Werke machennimmermehr einen bösen Mann, sondern ein böser Mann macht böseWerke, also daß allerwegen die Person zuvor muß gut undfromm sein vor allen guten Werken, und gute Werke folgen und aus-gehen von der frommen guten Person, gleich wie Christus sagt: einböser Baum trägt keine gute Frucht, ein guter Baum trägt keineböse Frucht. .. Wie nun die Bäume müssen früher sein denn dieFrüchte und die Früchte die Bäume nicht zu guten oder bösen ma-chen, sondern die Bäume machen die Früchte, also muß der Menschin der Person zuvor fromm oder böse sein, ehe er gute oder böseWerke tut, und seine Werke machen ihn nicht gut oder böse, sonderner macht gute oder böse Werke.“
Das wird in Luthers anschaulicher Weise an Beispielen ausge-führt, und dann kommt die entscheidende Anwendung auf die Reli-gion : „Wie es mit ihm (dem Menschen) steht im Glauben oderUnglauben, danach sind seine Werke gut oder böse, und nichtwiederum, wie seine Werke stehen, danach sei er fromm und gläubig.Die Werke, gleich wie sie nicht gläubig machen, so machen sie auchnicht fromm; aber der Glaube, gleich wie er fromm macht, so machter auch gute Werke. So denn die Werke niemand fromm machen
1) Man darf sie nur nicht einseitig moralistisch deuten. Das ist grade in einerSchrift Ober Kant zu betonen. Sie sind ganz religiös gemeint.