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Hilfe alter Formen organisieren wollte. Denn alles, worauf die poli-tische Eigenbedeutung des Römertums beruhte, war in seinenGrundlagen schon zu einer Zeit geschaffen, als Rom in seinen staat-lichen Organisationen faktisch noch ein nationales Gepräge trug. Sokonnten die alten Formen leicht mit neuem nationalen Inhalt gefülltwerden. Abgesehen davon steht auch der Machtstaat, der zur Ent-nationalisierung geführt hatte, in seinem Wesen durchaus nicht vonvorneherein dem nationalen Staat entgegen, sondern verliert seinennationalen Charakter erst dadurch, daß er sich zum Weltstaat oderUniversalstaat entwickelt. Insofern bleibt auch hier das allgemeinePrinzip gewahrt, das es uns verständlich macht, wie das spezifischmoderne Kulturleben durch Wiederanknüpfung an eine der bereitsfrüher vorhandenen Kulturmächte entstanden ist, und wie es nurnötig war, die Grundlagen der alten Kultur aus dem Verband wiederherauszulösen, in welchen das Mittelalter sie gebracht hatte. Es ließsich ihnen dann leicht auch die Selbständigkeit und Eigen bedeu-tung verleihen, die von vornherein in ihrem Wesen lag.
In dieser Hinsicht geht also die Entwicklung der modernenWissen-schaft der Entwicklung des modernen Staates doch parallel. In beidenFällen wird das ursprünglich schon einmal Dagewesene, das dasMittel-alterin seinen Dienst genommen hatte, in seiner Reinheit wieder frei.
Zugleich ergibt sich daraus noch etwas anderes. Wenn Wissen-schaft und Staat in voller Selbständigkeit innerhalb der modernenKultur zusammen bestehen wollen, müssen sie, nachdem sie die an-tiken Formen angenommen haben, auch zueinander in ein anderesVerhältnis treten, als das war, in welches das Mittelalter sie gebrachthatte, denn ihre Vereinigung konnte dort sich nur auf Grund der an-gegebenen Abschwächungen ihrer ursprünglichen Prinzipien voll-ziehen. Ein Vorbild aber für die neue Vereinigung war nirgends zufinden. In der antiken Welt hatte es eine völlig selbständige Wissen-schaft neben einem völlig selbständigen Staat innerhalb ein und der-selben Kultur nicht gegeben. So entstehen aus der Wiedererwek-kung des Alten für eine neue einheitliche Kultur Schwierigkeiten,wie sie allein die moderne Welt kennt. In dieser Hinsicht kommenwir, selbst wo es sich nur um die Erneuerung von früher Gewesenemhandelt, schon zu etwas völlig Neuem, sobald wir uns der modernenKultur zu wenden.