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Zu diesem Zweck sprechen wir ausdrücklich von einem Mangel anKonsequenz und heben diese Bestimmung (die selbstverständlichkeinen Mangel bedeutet, sondern den Eigenwert charakterisiert), be-sonders jenen Versuchen gegenüber hervor, welche das eine oder dasandere Wort des Evangeliums herausgreifen, um zu sagen: wer nichtsein ganzes Leben folgerichtig nach dem hier aufgestellten Geboteinrichtet, ist kein Christ. Auf diesem Wege kann man leicht finden,daß es in der Wirklichkeit des Kulturlebens Christen überhauptnicht gibt, denn es stehen in der Bergpredigt Sätze, die kein Kultur-mensch konsequent befolgen kann. Hört er darum auf, ein Christzu sein? Das wird man nur sagen, wenn man das Christentum füreine rationale Lehre hält. Oder man muß dann behaupten, derChrist komme ohne Kompromisse nicht aus. Das aber klingt be-denklich. Jede herabsetzende Bezeichnung wäre hier unangebracht.
Wir gehen auf diesen Punkt noch ein, da er für uns wichtig wird,sobald wir das Christentum mit den übrigen Kulturmächten in Ver-bindung bringen. Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott,was Gottes ist. Der Bationalist wird das einen Kompromiß nennen.Das Wort von Jesus will sagen: Das Beich des Kaisers ist etwasUntergeordnetes und insofern Gleichgültiges. In ihm könnt ihr tunund lassen, was ihr wollt. Gehorcht also der Obrigkeit, lebt als guteBürger. Nur dürft ihr darüber nicht vergessen, was erst die letzteErfüllung gibt und unermeßlich viel wichtiger ist als alles Irdische.Es liegt auf der Hand, welche Bedeutung eine solche Haltung be-kommen kann, sobald wir daran denken, daß christlich-religiöse Idealebesonders mit römisch-politischen Zielen vereinigt werden sollen.
Wir heben daher noch ein anderes Wort hervor, an dem sich das,was hier wichtig wird, in besonders scharfer Zuspitzung zeigt. Ihrsollt nicht widerstehen dem Uebel. Das kann nur bedeuten: ihr solltes nicht für euere eigentliche Aufgabe halten, Böses mit Bösem zuvergelten, sondern auch die als euere Brüder lieben, die euch Bösestun. Ihr seid alle Kinder Gottes, und daran stets denken, heißt derbesseren Gerechtigkeit, der Liebe dienen. Darf man aber daraus die„Konsequenz“ ziehen, daß ein Christ nie und nirgends gegen dasBöse ankämpfen solle? In diesem Sinne folgerichtig hat Jesus selbernicht gehandelt, und er konnte es nicht. Wenn jemand in der Kul-turwelt überhaupt handeln will und sich dafür aus der Bergpredigt