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auseinander um das Wesen der christlichen Religion zu verstehen.Wir müssen es, da die beiden Begriffe einander ausschließen.
Der Umstand, daß man aus dem Christentum keine Lehre machenkann, ohne sein Wesen zu verändern, beruht darauf, daß die Gottes-kindschaft in jedem besonderen Fall etwas völlig Irrationales ist.Wir aber verfälschen die Irrationalität des Christentums, indem wires als das Paradoxe oder sich Widersprechende nehmen; denn wirrationalisieren es damit, wenn auch nur negativ. Ja wir verfälschendas Christentum intellektualistisch, falls wir es paradox nennen, deu-ten es also in der Richtung um, die hier am sorgfältigsten zu vermei-den ist, wo es auf seinen Unterschied vom griechischen Intellektua-lismus ankommt. Der Widerspruch bleibt eine ebenso logische Ka-tegorie wie die Identität. Das Papadoxe ist das Intellektuelle, nur mitnegativem Vorzeichen. Das Irrationale dagegen muß jeder Art derIntellektualisierung, auch der negativen, entzogen, von jeder „Dia-lektik“ freigehalten werden, falls seine Eigenart gewahrt bleiben soll.Wir werden später noch genauer sehen, wie das Irrationale erst dortins Antilogische umschlägt, wo man den Versuch macht, es zu ratio-nalisieren. Grade das aber ist hier zu vermeiden, und vorläufig stel-len wir fest: wenn in der Gotteskindschaft das Wesen des Christen-tums steckt, so ist damit sein irrationaler Charakter auf das Unzwei-deutigste bezeichnet, der mit Paradoxie und Widerspruch nichts zutun hat.
Noch etwas anderes läßt sich von hier aus verstehen. Man hörtsagen, der Satz, daß jeder Mensch das Kind eines persönlichen Va-ters im Himmel ist, sei nicht w a h r, und an Unwahres könne mannicht glauben. Was heißt das, er ist nicht wahr? Das darf nur be-deuten, er ist theoretisch oder wissenschaftlich nichtwahr, denn niemand vermag ihn zu beweisen. Ist er darum abertheoretisch unwahr oder falsch in dem Sinn, daß er einer theo-retischen Wahrheit widerspricht?
Das dürfen wir ebenfalls nicht sagen, denn es handelt sich bei derGotteskindschaft gar nicht um einen wissenschaftlichen Begriff, son-dern allein um die Bezeichnung für ein Verhältnis, das zwar positivtheoretisch sich nicht fassen läßt, zugleich jedoch auch negativ theo-retisch nicht gefaßt werden darf, da es sich auf ein Gebiet bezieht, indem es weder theoretische Wahrheiten noch theoretische Unwahr-