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Schauplatzes ist, so kann auch für die Geschichte das Seelische alleindadurch eine Rolle spielen, daß es die Realisierungsstätte von Vor-gängen bildet, deren Wesen sich durch psychologische Begriffe nichterfassen läßt. Die Psychologie versagt bei der Behandlung der Pro-bleme des Kulturlebens ebenso wie die „Philosophie des Lebens“.Man darf die Bedingungen für die Realisierung von Sinngebildennicht mit ihnen selbst verwechseln.
Wir stellen also den objektiven Gehalt der Kulturgüter,der vielen Individuen gemeinsam sein kann und schon insofern einenvon ihrem individuellen seelischen Leben unabhängigen Bestandhaben muß, notwendig voran. Dann erst können wir fragen, welcheSeiten des Psychischen für seine Realisierung wichtig sind und aus-gebildet sein müssen, falls das betreffende Kulturgut sich entwickelnsoll.
Allerdings ist es möglich, auch den Kulturgehalt als „Geist“ zubezeichnen. Aber das wird dann allein berechtigt, wenn man mitdem Wort etwas vom Psychischen prinzipiell Verschiedenes meint,und weil dem Ausdruck Geist grade in dieser Hinsicht eine verhäng-nisvolle Zweideutigkeit anhaftet, empfiehlt sich die noch immer be-liebte Terminologie nicht. Will man im Anschluß an die Traditiontrotzdem das Wort nicht aufgeben, so ist darunter, um mit Hegel zureden, nicht der subjektive, psychische, sondern der objektive,nicht-psychische Geist zu verstehen, und Dilthey neigte später in derTat zu einer der Hegelschen verwandten Bestimmung. Aber waswird unter dieser Voraussetzung aus der Dreiteilung der Seele inDenken, Wollen und Fühlen ? Sie muß dann ebenfalls gänzlich un-psychologisch gemeint sein und sich auf ein „objektives“ Denken,ein „objektives“ Wollen und ein „objektives“ Fühlen als auf dieverschiedenen Seiten des objektiven Geistes beziehen.
Wir vermeiden den Ausdruck „Geist“ und stellen, um die WorteDenken, Wollen und Fühlen für seelische Realitäten auch in ge-schichtlichen Zusammenhängen gebrauchen zu können, fest: nichtweil der Mensch denkt, treibt er Wissenschaft, und nicht weil er will,wird er Politiker, sondern um Wissenschaft zu treiben, muß er den-ken, und um Politiker zu sein, wird er wollend und handelnd. DasWesen der Wissenschaft und das Wesen des Staates stehen also imVordergrund, und die Begriffe des Denkens und des Wollens bleiben