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sehen Bewußtsein, daß nur das Denken, welches im Dienst des Herr-schaftswillens in Haus und Feldmark, auf dem forum romanum oderauf den Schlachtfeldern wirke, eines Römers würdig sei.
Weshalb wir diese Ausführungen Diltheys mit ihren Details wie-dergegeben haben, bedarf keiner ausdrücklichen Begründung. IhreBeziehungen zu unserem Problem sind klar, denn es kommt auchuns darauf an, die Eigenart des Römertums gegenüber der griechi-schen Welt zum Bewußtsein zu bringen. Zunächst geben wir deshalbdie Gedanken Diltheys in noch einer anderen Fassung, welche sich inder erst aus dem Nachlaß veröffentlichten Abhandlung über dieGrundmotive des metaphysischen Bewußtseins findet. Ditlhey gehthier ebenfalls davon aus, daß das mittelalterliche System den ver-schiedenen Seiten des menschlichen Wesenseine dauernde Befriedigung gewährt hat, und meint, dies sei der in-nere Grund zu seiner langen Herrschaft gewesen, neben welchem dieäußeren Gründe nicht in Abrede gestellt Werden sollen. Die ver-schiedenen Seiten des Menschenwesens waren aber jede fürsichbereits im Griechentum, im Römertum und im Orient zum Ausdruckgekommen. In der griechischen Philosophie waltete unser den-ken d-anschauendes Vermögen mit einer einzigen Energie. DerMittelpunkt des römischen Lebens war der Wille, welcher sich dieAußenwelt unterwarf, in Eigentum, Vertrag, in Staatsrecht und Ver-waltungsordnung. Die orientalischen Völker endlich hatten den Mit-, telpunkt ihres Sinnens im Gefühl, Gemüt, den innersten sittlich-i religiösen Erfahrungen.
' Noch deutlicher als in der früher geschriebenen Abhandlung zeigtsich hier, worauf es Dilthey vor allem ankommt. Die drei Motive derMetaphysik, das griechische, das römische und das orientalische, um-spannen das Ganze der Menschennatur und lassen sich zugleich aufdie verschiedenen Seiten des Menschenlebens so verteilen, daß Den-ken, Wollen und Fühlen in Wissenschaft, Staat und Religion zu-nächst jedes für sich seinen Ausdruck findet, um dann in der Meta-physik des Mittelalters miteinander verbunden zu werden. Die Drei-teilung der Seele also und ihre Beziehung auf die Dreiteilungvon Griechentum, Römertum und Orient einerseits, Wissenschaft,Staat und Religion andererseits, darin liegt das Wichtige, und dieseGliederung ist sorgfältig zu beachten.
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