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Wortes. So vollendet sich der Intellektualismus auch in praktischerHinsicht als Lebensauffassung.
Endlich schließt er sich durch eine Theologie zu einem allumfas-senden System ab. Wenn alles Sein und alles Sollen logisch be-stimmt und die höchste Realität wie das höchste Gut in intellektuel-ler Vollkommenheit begründet ist, muß auch in der Religion derMensch mit Gott intellektuell verbunden sein und die Gottheitselbst ein rein intellektuelles Gepräge zeigen, genauer: mit der theo-retischen Weltvernunft zusammenfallen. Es kann nichts geben, wasden Menschen mit dem Letzten oder Absoluten besser vereint als derBegriff, und eine vollkommenere Religion als die Erkenntnis Gottesist nicht denkbar. Nicht nur die Welt, sondern auch die Ueberweltist völlig in den Kategorien des theoretischen Denkens beschlossen.
Alles dies ergab sich mit Notwendigkeit aus der griechischen Wis-senschaft, in welcher der theoretische Mensch nicht nur den objek-tiven Zusammenhang der Dinge unter Begriffe brachte, sondernaußerdem dabei voraussetzte, daß die begriffliche Erkenntnis einAbbild des wahren und allein zu Recht bestehenden übersinnlichenWeltwesens gebe.
Wenn wir uns das noch an einem Beispiel zu verdeutlichen suchen,so sehen wir von dem größten aller griechischen Denker, von Platondabei ab. Er gehört zu den Männern, die auch die griechische Welt soüberragen, daß er sich in kein Schema bringen läßt und jeden syste-matischen Rahmen sprengt. Wir halten uns an den größten Plato-niker, an Aristoteles, und wir haben dazu um so mehr Grund, als erzugleich der einflußreichste von allen griechischen Philosophen gewe-sen ist. Bei ihm zeigt sich die Konsequenz des intellektualistischenPrinzips am deutlichsten, und er beherrscht damit die Folgezeit, zumTeil bis heute.
Die Welt ist für Aristoteles ein Stufenreich von Entelechien, die ineiner Spitze gipfeln und so angeordnet sind, daß das intellektuellePrinzip, das zugleich das Prinzip der wahren Realität ist, in ihnenimmer reiner zum Ausdruck kommt. Die reinste Form und dieletzte, absolute Realität, das ens realissimum, fällt zusammen mitdem summum bonum oder der Gottheit, und diese ist das Denkendes Denkens, vörjoig vorjaecog, also der ganz bei sich bleibende In-tellekt. Als höchste Wertrealität beherrscht Gott die Welt dadurch,