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erst dadurch, daß sie wächst und sich entwickelt. Doch sind solcheWorte wieder nicht in allgemeiner biologischer Bedeutung zu neh-men, wie sie auch auf die lebendigen Organismen passen, und insbe-sondere dürfen wir nicht glauben, daß das neu sich entwickelnde undaufblühende wissenschaftliche Leben den Tod des alten Lebens vor-aussetze oder bedinge. Im Gegenteil, soweit das Leben der Wissen-schaft in Wahrheit früher lebendig im Sinne des theoretischen Eigen-lebens war, bleibt es in dem neuen Leben lebendig erhalten, und da-durch allein kommen wir über das alte Leben hinaus, daß wir das Be-wahrte zugleich vermehren.
Wird uns das aber etwa dadurch gelingen, daß wir eine ganz neueArt von Wissenschaft erfinden, die mit der Wissenschaft der Grie-chen nur noch wenig oder gar nichts mehr gemeinsam hat?
Macht man sich einmal von den biologischen Vorurteilen los, sowird man das von vornherein sehr unwahrscheinlich finden, und da-mit kommen wir wieder zu den besonderen Punkten, die wir als be-zeichnend für das Wesen der griechischen Wissenschaft hervorge-hoben haben. Wir fragen jetzt, wieweit ihnen eine übergeschicht-liche oder zeitlose Bedeutung zukommt. Erst wenn wir das wissen,können wir endlich zu unserer geschichtsphilosophischen Betrach-tung zurückkehren, d. h. auch das feststellen, was an der griechi-schen Wissenschaft zeitlich bedingt ist in der Weise, daß es einerspäteren Kultur nicht mehr genügt, und inwiefern besonders dieWeltanschauung, die im Anschluß an die griechische Wissenschaftentstand, von der modernen Philosophie als zu eng oder als einseitigbetrachtet werden muß. Das ist dann wieder für die Frage, ob Kantmit Recht der Philosoph der modernen Kultur genannt werdenkann, von entscheidender Bedeutung.
Zunächst bleiben wir jedoch bei der griechischen Philosophie. Wasden theoretischen Menschen anbetrifft, so ist seine Gei-stesverfassung nicht zu entbehren, wo es irgendeine Wissenschaftgeben soll. Und zwar gilt das gerade dann, wenn die Forschung nureine Kulturarbeit neben anderen und die Wahrheit nur einWert neben anderen Eigenwerten des Kulturlebens überhaupt ist.Das werden wir vom modernfen Standpunkt aus voraussetzen müs-sen, und falls das zutrifft, so brauchen wir zur Verwirklichung derwahren Erkenntnis Subjekte, die um der Betrachtung willen for-Bickect, Kant. 4