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deische Pragma. Macchiavelli hat zwar Vorläufer in Indien, aberaller asiatischen Staatslehre fehlt eine der aristotelischen gleichartigeSystematik, und es fehlen ihr die rationalen Begriffe überhaupt. Füreine rationale Rechtslehre fehlen anderwärts trotz aller Ansätze inIndien, trotz umfassender Kodifikationen besonders in Vorderasienund trotz aller indischen und sonstigen Rechtsbücher, die strengjuristischen Schemata und Denkformen des römischen und desdaran geschulten okzidentalen Rechtes. Ein Gebilde ferner wie daskanonische Recht kennt nur der Okzident.
Wir werden diese Tatsachen noch einmal in Betracht ziehen,wenn wir zu dem Griechentum und seiner Bedeutung für die ganzewissenschaftliche Kultur Europas kommen und fragen, was die Hel-lenen insbesondere für das moderne Geistesleben bedeuten. Vorläu-fig verfolgen wir den allgemein europäischen Charakterzug, den We-ber hervorhebt, an seiner Hand weiter und gehen von der Wissen-schaft zur Kunst über.
Was zunächst die Musik betrifft, so war das musikalische Gehörbei anderen Völkern anscheinend eher feiner entwickelt als heute beiuns und jedenfalls nicht minder fein. Polyphonie verschiedener Artist weithin über die Erde verbreitet. Zusammenwirken einer Mehr-heit von Instrumenten und auch das Diskantieren findet sich ander-wärts. Alle unsere rationalen Tonintervalle waren auch anderwärtsberechnet und bekannt. Aber rationale harmonische Musik •— so-wohl Kontrapunktik wie Akkordharmonik — Bildung des Ton-materials auf der Basis der drei Dreiklänge mit der harmonischenTerz, unsere, nicht distanzmäßig, sondern in rationaler Form seit derRenaissance harmonisch gedeutete Chromatik und Enharmonik,unser Orchester mit seinem Streichquartett als Kern und der Organi-sation des Ensembles der Bläser, der Generalbaß, unsere Noten-schrift (die erst das Komponieren und Ueben moderner Tonwerke,also ihre ganze Dauerexistenz überhaupt ermöglicht), unsereSonaten, Symphonien, Opern und als Mittel zu dem alle unsereGrundinstrumente, Orgel, Klavier, Violine: dies alles gab es nur imOkzident.
Dasselbe Prinzip läßt sich für die bildende Kunst konstatieren.Spitzbogen hat es als Dekorationsmittel auch anderwärts, in der An-tike und in Asien gegeben. Angeblich war auch das Spitzbogen-