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die Wogen vor der Gewalt des Windes auf, immerungestümer eilen die gischtgekrönten Wasserhügelder Küste zu; doch ihre Macht wird auf dem weiten,Hachen Strande allmählich gebrochen, und die letztein weissem Schaume ersterbende Welle dringt geradenoch bis zu den Felgen meines Rades.
Wie klein und winzig erscheint doch der Menschim Verhältnis zu den Ungeheuern Dimensionen dieserunendlichen Wasserfläche, zu dem unergründlichenWeltmeere, auf dem Poseidon seit einer Ewigkeitden Dreizack schwingt! Unentwegt wandeln dieWasser ihre Bahn mit mathematischer Genauigkeitvon Jahrtausend zu Jahrtausend, sie leben undwehen, das Wellengekriiusel ist ihr sanfter Odem,und Ebbe und Flut ist dem steten Wechsel allesErschaffenen zwischen Wachen und Träumen,zwischen Lehen und Tod vergleichbar. Mit unerforsch-licliem Gleichmute wallen die Fluten jahraus, jahreinüber die geheimnisvollen Tiefen des Oceans hinweg,in grimmem Zorne türmen sie sich über jenen Ab-gründen auf, von denen unsere moderne Wissenschaftbis heute nicht viel mehr als die Erzeugnisse eitlerTraumgebilde, und die Schlüsse kühner Hypothesenzu berichten weiss. Ohnmächtig ist der Mensch dererwachten Wut des Meeres preisgegeben, und dieArbeit unzähliger Jahre und das Werk von Millionenfleissiger Erdenkinder zerstört es- in unbezähmbaremGrolle oftmals in wenigen Minuten. Wir stehn auchhier an der Schwelle menschlicher Erkenntnis, vor einemunfassbaren Wunder der Sc’ " g,vor dessen Erhaben-
heit der Geist sich schauernd beugt, — Treffend sinddie leidenschaftlichen Worte, die Lord Byron demMeere demutsvoll entgegenruft:
Wog, Oeean, du dunkelblauer, wog!
Zehntausend Kiele furchen dicli vergebens!