XIV. Kapitel.
Vom Golf von Genua zum Comersee und in dieAlpenwelt von Chiavenna.
In Strömen prasselte der Regen durch eine raben-schwarze Nacht hernieder, als ich nach kurzem Schlafe.gegen vier Uhr morgens zum Genueser Hauptbahn-hole eilte, um mit dem Eilzuge durch den Apenninnach Mailand zu fahren. Mein Rad hatte ich bereitsam Abend vorher abgesandt, und so konnte ich denn,jeglicher Bürde ledig, sofort in den Polstern desluxuriösen Wagenabteils Platz nehmen, um nocheinige Stunden der Ruhe zu pflegen. Kurz vorMailand wurde ich durch einen Stoss, der mich fastvon meinem Sitze schleuderte, aus dem Schlafe aufge-schreckt. Das Coupefenster a,ufreissen, die Wagentlmre•öffnen und hinausspringen, war für mich das Werkeines Augenblicks. Unser Zug war intakt, aber einenentsetzlichen Anblick boten die Räder der letztenWagen, an denen die blutigen Teile eines bis zurUnkenntlichkeit zermalmten menschlichen Körpershingen. Ein Bahnwärter war es, der bei seinemDienstgange, wie ich hörte, neben den Schienen aus-geglitten und unter die Räder des Zuges gefallenwar. Schaudernd musste man sich von diesem Bilde,welches auch auf die stärksten Nerven erschütterndwirkte, abwenden. Nachdem ich mit den anderenReisenden wieder eingestiegen war, fuhr der Zug in•die weiten Hallen des Mailander Bahnhofs ein. Dortwurden die blutigen Räder gereinigt, und weiter raste