XI. Kapitel.
Auf dem Lago Maggiore zur italienischen Grenze.
In die lombardische Tiefebene, nach Mailandund Turin.
Helllichter Sonnenschein umspielte die leicht-gekräuselten Wellen des Lago Maggiore, als ich einender zierlichen Dampfer bestieg, um nach Luino, dernächsten italienischen Zollstation, zu gelangen. MeinZiel für heute war Mailand, aber um mit dem Radevon Locarno dort hinzugelangen, hätte ich die ganzeWestseite des Sees entlang über Cannobio, Pallanza,San Manrico, Lesa und Sesto fahren müssen, wasfür mich ein ganz bedeutender Umweg gewesen wäre.Hierzu kommt noch, dass diese Strecke für den .Rad-fahrer nach der Mittelbach'sehen .Harte wenig ge-eignet ist.
Pfeilschnell durchsclmitt der Kiel des Schiffes denglitzernden Wasserspiegel, und nach einer zweistündigen,angenehmen Fahrt langte ich in Luino an. Auf demDainpier machten sich bereits bei der Abfahrt vonLocarno einige Herren dadurch auffällig, dass siemich und mein Rad mit Argusaugen betrachteten.Der Grund für diese Aufmerksamkeit wurde mirklar, sobald wir die italienisch-schweizerische Wasser-grenze passiert hatten. Die Herren vertauschten ihrenStrohhut mit der Beamtenmütze und entpuppten sichals italienische Zollwächter.
Wie ein Delinquent wurde ich von ihnen zumHauptzollamt Luino geleitet, um daselbst den Zoll