XVII. Kapitel.
Durch den schwäbischen Jura. Nach Stuttgart undHeilbronn. Das malerische Neckarthal.
J 'er junge Tag war kaum zum Lichte erwacht,als ich in Ulm zur Weiterfahrt rüstete. Langsamfuhr ich die östlich von der Citadelle auf die RauheAlb, einen Teil des schwäbischen Jura führendeStrasse hinan, die auf einer Strecke von 20 kmunausgesetzt steigt. Nachdem ich die OrtschaftenDornstadt und Luizhausen passiert hatte, ging dieFahrt in das Thal von Urspring. Fast das ganzeOelände von Ulm bis hierher ist öde, wenig interessantund für den Radfahrer höchst ungünstig.
Nach etwa 7 km weiterer Fahrt trug mich meinRad auf steil abfallender Strasse in das schöne Thalder Fils, nach Geislingen hinab. Diese Stadt hat6300 Einwohner und bedeutende Elfenbeinschnitzereien.Interessant ist hier die Geislinger Stiege, auf welcherdie Eisenhalm hoch oben, rechts von der Strasse,eine Steigung von 1 :44 überwinden muss, um dieWasserscheide zwischen Neckar und Donau, die ichsoeben passiert hatte, zu erreichen.
Von Geislingen führt die Strasse durch das Filsthalnach Göppingen, wo ich nach einstmaliger Fahrtanlangte. Diese Stadt hat 16000 Einwohner, blühendeIndustrie und ein schönes, auf den Trümmern derKaiserburg Hohenstaufen erbautes Schloss, in dem eineschöne Treppe, dieein kunstvolles Rebengewinde darstellt,