XIX. Kapitel.
Zum Laacher See. Ins Ahrthal, nach Cöln unddurch die niederrheinische Tiefebene zur holländischenGrenze.
Mitternacht
war längst vorüber, als ich mitmeinem Gefährten in Coblenz zum Bahnhofe eilte,um mit einem der zahlreichen Extrazüge, die wegendes ungeheueren Fremdenandranges, den die Kaiser-tage im Gefolge hatten, heute abgelassen wurden,nach Niedermendig zu fahren. Endlich hatten wo-mit vieler Mühe und Not einen Stehplatz in einemPackwagen erobert, der nur durch die Laterneneiniger mitleidiger Radfahrer spärlich erleuchtetwurde. Nach langweiliger, ermüdender Fahrt kamen wirin Andernach an, wo ein anderer Zug bestiegenwurde, der uns bald an unser Ziel, nach Niedermendig,brachte. Bei der „schönsten Frau in deutschenLanden“ tranken wir den allerletzten Schoppen unddann verabschiedeten wir uns bis zum „eigentlichen“Frühschoppen, an den sich eine Fusstour nach demLaacher See anschliessen sollte.
Die beiden vorhergehenden, strapaziösen Tagehatten mich gehörig mitgenommen, und beinahe hätteich die Stunde der Zusammenkunft verschlafen.
Niedermendig, ein Dorf mit 3000 Einwohnern, istdurch seine Basaltlavagruben, aus denen Mühl- undPflastersteine gewonnen werden, weithin bekannt. In•denjenigen Gruben, die heute gänzlich ausgebeutet