VH. Kapitel.
Ins Berner Oberland. Die Gebirgswelt von Grindel-waid und das Lauterbrunnenthai.
Kaum hatte die Sonne den grauen 'Wolkenschleierzerrissen und ihre belebenden Strahlen zur Erdeherniedergesandt, als ich auch schon wieder draussenim Freien war und mein Rad die steile von Bernnach Thun führende Strasse hinaufdrückte. Auf derHöhe angelangt, konnte Ich mich der Maschine wiederanvertrauen und in massigem Tempo gings bergaufbergab dem Berner Oberlande zu. Die Strasse vonBern bis Thun ist 30 km lang und hat eine guteDecke. Auch eröffnet sich an manchen Punkten einsehr schönes Panorama auf Thal und Gebirge. Ichkam durch M.iinsingen, wo sich die grosse Irren-Anstaltdes Kantons Bern befindet, sowie durch mehrereandere hübsche Ortschaften und langte nach zwei-stündiger Fahrt in Thun, einer altertümlichen, 562 mhoch gelegenen Stadt mit 5500 Einwohnern .an.Weithin sichtbar überragt die Stadt der malerischeTurm des im,'Jahre 1182 erbauten Zähringeu-KyburgerScldosses, an den innerhalb der Ringmauer 1429 dasAmtsschloss der Berner Schultheissen an gebaut wordenist. Vom Schlosse aus geniesst man eine schöneAussicht auf den Thuner See und die Landschaft.An und für sich hat Thun, wo sich unter andermauch die eidgenössische Militärschule befindet, keinehervorragenden Sehenswürdigkeiten aufzuweisen, aberdie Umgebung ist an landschaftlichen Reizen so reich,