XV L1I. Kapitel.
Von Mannheim nach Mainz. Fröhliche Rheinfahrt.
Ein intermezzo in Cobienz.
Mannheim ist eine eigentümliche Stadt; befrem-dend wirbt sie durch ihre schachbrettartige Anlage.Nur in wenigen ganz neuen Städten findet man der-gleichen .Hiiuscrreehtecko und eine solche Anzahlschnurgerader Strassen. Einzig in seiner Art stelltMannheim unter den deutschen Städten da bezüglichder Strassenbenennung. I )ie Bezeichnung der Verkehrs-adern durch Namen ist hier fast vollständig in Wegfallgekommen, und an Stelle dessen chiffriert man sie hiernach amerikanischem Muster und sagt Strasse Al,A2, A3, Bl, B 2 und so fort. Die Stadt setzt sichaus 136 Häuscrrochteckeu zusammen.
Vermöge der günstigen Lage an der Mündungdos Neckars in den Rhein, zwischen den Ufern dieserbeiden belebten Wasserstrassen, hat sich die 92 000Einwohner zählende Stadt zu dem bedeutendsten.Hafen- und Handelsplätze am Oberrheine einporge-schwungen.
Als Hauptsehenswürdigkeit Mannheims gilt dasgegen Ende des vorigen Jahrhunderts im Barokstileerbaute grossherzogliche Schloss mit seiner reichenAltertüiiiersammlung, einer Bildergallerie und demhübschen Schlossgarten. Dem 1776—79 errichtetenStadttheater gebührt nicht allein das VerdienstSchillers „Räuber“, „Ficsco“ und „Kabale und liehe“