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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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wir unsere Räder und schlenderten der Moselbrückezu. Voin Tunne der Kastorkirche schlug die Mitter-nachtstunde, und fast menschenleer waren die Strassenbereits geworden. In den dem Verkehrscentrumetwas ferner gelegenen Teilen der Stadt liefen unsjetzt Kellner und Hausknechte nach und boten unsin verbindlichstem Tone ein Unterkommen an. Wirdankten aber eben so höflich für diese Nachtlager,,die uns um den Preis von zehn Mark vielleichtauf einem Billard oder in einer Packkiste reserviertworden waren.

Über die alte Moselbrücke fuhren wir wohlgemutin die warme Sommernacht hinein. In Liitzel-Cob-lenz war, wie vorauszusehen, kein Obdach zu finden,und deshall) gings weiter aufs Land hinaus. Nach-dem wir noch an verschiedenen,, vereinzelt stehendenHäusern angefragt, kamen wir endlich nach dem 5 kmvon Coblenz entfernten Dorfe Metternich, wo unsein menschenfreundlicher Wirt den Vorschlag machte,,mit den bei ihm einquartierten Soldaten in gemein-schaftlichem Zimmer auf dem Boden zu übernachten.Dieses Anerbieten leimten wir natürlich ab, machtenes uns dagegen im ,.Herrenzimmer bei gutemWeine und einem frugalen Abendessen so bequemals möglich, da der Wirt uns gestattet hatte, die-ganze Nacht hier zu bleiben. Nachher wurden einigeStühle zusammengeschoben, und ein Sessel bildetedas Kopfende dieses primitiven Nachtlagers. MeinFreund, der heute viel mehr geleistet hatte als ich,schlief bald fest auf den Polstern des Sophas; ichbestrebte mich auf den Stühlen dasselbe zu thun, abererst nach vielen vergeblichen Bitten nahm sich Morpheusmeiner an. So kam der Morgen heran, und wennmich auch einige Glieder schmerzten, so hatte ich dochgut und lest geschlafen