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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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denen ich früher gewohnt, aber überall ward mirdasselbe mitleidige Achselzucken mit der BemerkungAlles besetzt zuteil. Selbst in .Privathäusern, wodie unvermeidlichen Onkel und Tanten sich einge-stellt hatten, war kein Unterkommen zu finden.

Ich nahm mir die Sache aber nicht allzusehr zuHerzen, denn als Radler war ich ja an Coblenz nichtgebunden. Eben dachte ich über meine Lage nach,als plötzlich ein obdachloser Radler aus meiner Hei-matstadt in resignierter Stimmung mit seiner Ma-schine vor mir stand. Nun konnte die Sache ja lustigwerden; wir brachten sein Rad in sicheren Gewahr-sam und tauchten dann sorglos im Festestrubel unter.

Nachdem wir einen .Rundgang durch die prächtiggeschmückten Strassen und Anlagen der Stadt hinteruns hatten, kam der Abend heran, und wir lenktenunsere Schritte zu dem weiten Schlossplätze, aufwelchem Tausende von Menschen einen günstigenPlatz zu erlangen suchten. Der imposante Zugnahte heran, unzählige, lodernde Fackeln und Lam-pions hüllten den Platz in eine rosige Glut. Sämt-liche Musikkapellen des VIII. Armeekorps zusammenbrachten den Majestäten eine Serenade dar. Ge-waltig rauschten die mächtigen Akkordfolgen überdie dichtgedrängte Menge dahin, sie stiegen emporzu den Wipfeln hochstämmiger Kastanien und höherhinauf in lichtere Sphären, um vor dem Throne des.Allerhöchsten als Bitte der treuen Rheinländer fürdas Wohl des geliebten Kaiserpaares wiederzuklingen..

Wie alles einmal ein Ende nimmt, so verstummtenalsbald auch diese herrlichen Klänge, und langsamverzog sich die tausendköpfige Menge. Mit Müheund Not hatten wir in einem Gastbofe einen spär-lichen Imbiss erobert und stillten Hunger und Durst,,der sich mittlerweile eingestellt hatte. Dann holten,