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durch die Wellen des Eheines zu Thale; allmählich:verschwanden die Türme des „goldenen Mainz“ undmit ihnen der schöne Eheingau. Vom Niederwaldeglänzte uns nach kurzer Fahrt das prächtige National-denkmal entgegen, auf dem Eochusberge erblicktenwir die schöne Kirche, und bald war Nahemiindungerreicht
In Bingen erhielt unser Dampfer bedeutendenZuwachs an Passagieren, die fast alle zu den Fest-lichkeiten nach Coblenz wollten. Wiederum setztesich die mächtige Schiffsmaschine dumpf grollendin Bewegung, und thalwärts gings auf dem herrlichenStrome zwischen den grünen Bebenhügeln dahin,in das Herz meines schönen, poesieumwobenen Hei-matlandes. Von ganzer Seele musste Ich dem DichterFriedrich Storck beistimmen, der unser Eheinland inglühender Liebe besingt und verherrlicht:
Mein Vaterland lieb’ ich ! im jubelnden LiedDas Herz es verkündet und preist. —
Doch lieisser noch lieb’ ich mein heimisch Gebiet,
Mein Rheinland lieb’ ich zumeist!
Euch, Thäler im sonnigen, wonnigen Schein!
Euch, blühende Hügel, dich, goldener Wein!
Dich, Seele der Heimat, o Rhein!
Weiter glitt das stolze Schiff auf dem sonneubeglänztenEheine, in dessen grünen Wassern sich Berge undzerklüftete Felsen, Schlösser und Burgen wieder-spiegelten. Gleichsam traurig schauen sie hernieder,jene Wahrzeichen der Vergänglichkeit, die verlassenengigantischen Überreste ehemaliger Bitterfesten, sieschauen träumerisch herab auf die Schar fröhlicherMenschen, die der Alltäglichkeit entflohen, um dieWunder der Natur und die Freuden des Daseinsin vollen Zügen zu gemessen. Wenn der Anblickder zahlreichen bemoosten Buinen den Beschauerauch anfangs mit Wehmut erfüllt, so bricht sich.