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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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Ich habe immer gesagt, dass der Radler Glückhaben muss, und richtig, auch diesmal war es so.Gegen Mittag zerrissen die Strahlen der Sonne denNebel und ein leichter Südost, für mich natürlichRückenwind, trug die weissen Wolken der fernenRheinebene zu. Jetzt erst zeigte sich das idyllischeLandschaftsbild in vollem Glanze. In den glitzernden,kristallhellen Wellen des Flusses spiegelten sich lieb-liche Dörfer, bemooste Ruinen, freundliche Kirchleinund die bewaldeten, grünen Höhenzüge, die zu beidenSeiten desselben himmelwärts streben.

Im Lande der Schwaben auferzogen,

Eilt rasch und leicht der Neckar hin;

Wenn auch nicht mit gewölbten BogenGewaltige Brücken driiber ziehn,

Doch spiegeln, gleich den schönsten Kränzen,

Sich Dörfer in der klaren Flut.

Und dunkelblau mit sanftem GlänzenDer Himmel, der darüber ruht.

(K. Büchner.)

Unter den Kronen mächtiger, fruchtbeladenerObstbäume zieht sich die ausgezeichnete Strasse wieein weisses Band am Flussufer hin, und fast vonKilometer zu Kilometer wechselt die Perspektive undbietet ein neues farbenreiches Bild. Nach mehrstün-diger Fahrt kam ich nach Gundelstein mit demmalerischen Schlosse und einer Burgruine und fuhrdann langsam durch eine Anzahl kleiner, freundlicherDörfer nach Neckarzimmern. Hoch über diesemDorfe liegt die Ruine der ältesten Burg im Xeekar-thale, die Ruine Hornberg. In diesem Schlossewohnte Götz von Berlichingen, der vielgenannteschwäbische Ritter, und hier oben auf seinem Lieb-lingssitze beschloss er im Angesichte der schönenLandschaft 1562 auch sein thatenreiches Leben. VonNeckarzimmern ging die Fahrt nach dem nahe ge-