glänzenden Wasserspiegel heute ruhig von statten,aber nicht immer zeigt der See dasselbe friedlicheAngesicht. Wenn der wilde Föhn mit Macht vonden Bergen herüber rast und die empörten, schaum-gekrönten Wogen vor sich herpeitscht, wenn die er-grimmten Fluten sich vor der Gewalt des brausendenSturmes zu Bergen auftürmen, dann zittert manchearme Fischersfrau um das Leben ihres Gatten, derdraussen auf dem See unter diesen Umständen sehroft den Vemveithnigskampf gegen die entfesseltenElemente zu kämpfen hat. Selbst die grossen Dampfersind bei einem Sturme auf dem Bodensee vor demKentern nicht sicher, geschweige denn die kleinenSegelboote, deren einzige Bettung hinter den schützendenMauern des nächsten Hafens liegt. Die Aussichterstreckt sich von der Mitte des Sees auf die AlgäuerAlpen im Osten, auf die Appenzeller Berge mit dertrotzig zerklüfteten Säntiskette im Süden und auf diegrünen Höhen des schwäbischen dura im Norden.Ein reizendes Bild bieten die zahlreichen Ortschaften,die, Miniaturstädtchen gleich, die Ufer des Seesschmücken.
Nach einstmaliger, angenehmer Fahrt langte ichin Friedrichshafen an, und mit Freuden betrat ichzum ersten Male wieder die Fluren unseres schönendeutschen Vaterlandes. Friedrichshafen hat 3670 Ein-wohner und ist einer der bevorzugtesten Handels-und Badeorte am Bodensee. Das königliche Schlossmit seinen herrlichen Gärten und die hübschen Kur-anlagen gereichen dem Orte zur Zierde. Bemerkenswertist vor allem die grossartige Fernsicht, die man vomUfer aus auf den See und die Alpen geniesst. InDeutschland ist man bis beute zur Freude der Badler,allerdings weniger im Interesse unserer Fahrradindustrie,noch nicht dazu übergegangen die Räder mit Plomben