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Wie in allen andern Staaten, so ist auch etwasfaul ini schönen Scliweizerlande. Wenn man längereZeit daseihst gelebt und Gelegenheit gehabt hat dendemokratischen Verwaltungsapparat näher kennen zulernen, so kommt man leicht zu dem Schlüsse, dassfast alle Variationen über die goldne, vielgeprieseneSchweizer Freiheit leerer Wortschwall und eitlesPhrasengeklingel sind.
Einige vergnügte Tage hatte ich hinter mir, alssich das Wetter endlich wieder zum bessern gewandthatte, und ich auf blumengeschmücktem Rade dieFahrt nach Norden fortsetzte. Nach Verlauf von kaum20 Minuten hatte ich Rorschach, den 5800 Einwohnerzählenden schweizerischen Haupthafenplatz am Bodenseeerreicht, eilte zum Zollamte und erhob dort die fürdie Schweiz in Basel hinterlegte Zollsumme. DerOrt Rorschach bietet ausser einigen altertümlichenBauten wenig Beachtenswertes, seine Hauptanziehungs-kraft gipfelte für mich seit Jahren in den köstlichenBodenseelelchen, die daselbst in den besseren Gast-häusern in unübertrefflicher Qualität verabreicht werden.
Um nicht um den See, den ich nach allen Seitenhin von früher her genügsam kannte, herumfahrenzu müssen, zog ich es vor, mit dem nächsten Dampfervon Rorschach direkt nach der württembergisehenStadt Friedrichshafen hinüberzufahren, zumal auchdie von dort nach Ulm führende Strasse für denRadfahrer die beste und bequemste in jener Richtungist. Ausserdem bietet eine Fahrt auf dem schönenSee bei klarem, sonnigem Wetter immer einen Hoch-genuss. Der Bodensee oder das Schwäbische Meerliegt 398 m über der Nordsee, er ist 64 km lang,12 km breit und seine grösste Tiefe beträgt 252 m;die Farbe des Wassers erscheint hellgrün. Bei fastwindstillem Wetter ging die Fahrt auf dem glatten,