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Prächtige Privatbauten und hübsche Parkanlagenschmücken die Stadt, die durch den villenbesätenRosenberg und den waldgekrönten Frendenberg nachzwei Seiten hin begrenzt ist. Das Stadttheater, einhübsches Museum, grosse Wohlthätigkeitsanstalten undzahlreiche vortreffliche Schulen vervollständigen dasBild dieser Stadt, die ihren eidgenössischen Schwesternin mancher Hinsicht als Vorbild dienen darf. Einweiterer Vorzug St. Gallens ist die an herrlichenAusflügen so überreiche Umgebung.
Für den Radfahrer ist die Musterstadt St. Gallendagegen nichts weniger als ein Dorado. Das Rad,dieser gewichtige Faktor im modernen Verkehrsleben, istdort so gut wie geächtet. Die ersten ernstenRencontres mit der wohllöblichen, diensteifrigen Polizeiwaren mir hier beschieden. Das Radfahren ist inSt. Gallen, wie mir ein Polizist sagte, nur da erlaubt,„wo nüd gepllaschteret isch“, d. h. nur in sehr wenigenStrassen, da durch ein paar Radler dem grossartigenVerkehrsleben in den Hauptstrassen leicht der Todes-stoss versetzt werden könnte. Diese Engherzigkeitder Verwaltung rührt aber wohl daher, dass es inSt. Gallen infolge der ungünstigen Terrainverhältnissenur wenige Radler gieht, und sich auch nicht vieleauswärtige Ritter vom Pedale zu dieser Höhe hinauf-bemühen. Abgesehen von den Anrempelungen inder Stadt selbst, wurden mir auch ausserhalb der-selben seitens der Polizei Unannehmlichkeiten verursacht.Auf der Strasse zwischen St. Gallen und Rorschachhatte ich mir das Verbrechen zu Schulden kommenlassen, anstatt auf der ganz mit Schotter bedeckten,fast unpassierbaren Strasse am Saume des menschen-leeren Banketts zu fahren. Das nahm mir aber einlauernder Büttel so übel, dass ich beinahe handgemeinmit ihm geworden wäre.