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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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hätte ich sicher auch noch deren Spott über mich'ergehen lassen müssen.

Nach mehrstündiger "Wanderung langte ich aufder Höhe des Passes an und hatte damit 2315 m,.also den höchsten Punkt auf der ganzen Reise, er-klommen. Wohl nicht viele unter den MillionenRadlern Europas werden ihre Maschine bis zu einer so'gewaltigen Höhe hinaufgeführt haben. Auf demPassgebiete wachsen weder Bäume noch Sträucher,.nicht einmal die genügsame Wettertanne ist bis zudiesen Regionen emporgedrungen. Und doch ent-faltet auch hier die Vegetation noch ihre Reize;inmitten spärlicher Alpengräser erblüht ein reicherBlumenflor. Gentianen, Anemonen, Alpenveilchen undandere Blumen bedecken weite Strecken, und dasbescheidene Edelweiss, die Königin der Alpenblumen,,schaut neugierig von dieser oder jener fast unzu-gänglich erscheinenden Felskante herab. Zur linkenSeite der Strasse erhebt sich das granitene Haupt derCrasta mora und rechts der aus Jurakalk bestehende-Piz Uertsch. Von beiden Spitzen reichen Schnee-felder stellenweise bis an den Saum des Passesherab. Sogar die Strasse selbst war au einigenStellen zur Seite noch mit meterhohem altem Schnee-bedeckt.

Das Albula-Hospiz ist für die Aufnahme einergrösseren Anzahl von Fremden eingerichtet, dabeiaber sehr einfach. Ich liess mir daselbst etwasMilch geben und erfuhr bei dieser Gelegenheit, dassausser dem Haupte der vielköpfigen Wirtsfamilie keinesihrer Mitglieder jemals im Rheinthale gewesen, oderweiter als bis in das Ober-Engadin gekommen war.Diese schlichten Naturkinder kannten die Eisenbahn,.Gasbeleuchtung und die meisten andern grossartigentechnischen Errungenschaften der Neuzeit noch kaum