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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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fand ich ein passendes Unterkommen für die Nacht.Nachdem ich das Abendessen, welches mir vortrefflichmundete, in Gesellschaft zahlreicher Touristen einge-nommen hatte, begab ich mich zur Ruhe.

Der nächste Morgen brachte wiederum schönesWetter; das Thermometer zeigte gegen 7 Uhr nur+ 6 0 R. Die kühle Temperatur empfand ich umso mehr, als ich leicht gekleidet war, und ich meinensonst ziemlich abgehärteten Körper durch wochenlangesFahren in der Hitze Italiens ein wenig verwöhnthatte. Nichtsdestoweniger brach ich recht bald aufund um mich zu erwärmen, schritt ich in schnellemMarschtempo den steilen Albulapass hinan. AnFahren ist hier auf die Dauer gar nicht zu denken,da die Strasse zu sehr steigt. Um die zahlreichenKehren zu vermeiden, schlug ich einen Fusspfad ein,der links von der Strasse abzweigt und die Streckezur Passhöhe um ein Bedeutendes kürzt. Soweit ichdiesen schmalen Weg anfangs übersehen konnte, warer gut, und meine Maschine liess sich bequem nebenmir herf ühren. Auf einmal aber wurde er so steil undsteinigt, dass das Rad mit bestem Willen nicht mehrvorwärts zu bringen war. Um den weiten Weg nunnicht wieder zurückgehen zu müssen, nahm ich kurzentschlossen die schwere Maschine auf die Schulterund trug sie unter grossen Anstrengungen, schweiss-triefend eine halbe Stunde lang bergan. Froh warich, als die Landstrasse endlich wieder glücklicherreicht war. Nach dieser, fast in eine Danaidenarbeit.ausartenden Avancierung hatte ich aber den festenVorsatz gefasst, in Zukunft alle unbekannten Fuss-wege zu meiden, denn zu den Annehmlichkeiten desLebens gehört es wahrlich nicht, wenn der Reiterdie Mähre tragen muss. AVeun ich bei diesemTransporte von Leuten gesehen worden wäre, so