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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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knien; dort sieht man ein allerliebstes Kind mitseinen Freundinnen beim Spiele; drüben in derNische steht ein kostbarer Sarkophag, auf dem dieThaten des Verstorbenen durch die Meisterhand desBildhauers verewigt sind. Vor dem Marmorthoreeiner Gruft liegt ein Weib gänzlich gebrochen undvom Schmerze überwältigt, während aus Himmels-höhen ein Engel niederschwebt und es in seinemJammer aut'zurichten sucht. Eine andere Gruppezeigt uns eine Mutter, die ihr Kind zum Bilde desVaters emporreicht, damit es die Lippen desselbenküsse. Staunen erregen die zahlreichen allegorischenCombinationen; geradezu überraschend wirken sie durcheine wahrhaft ideale, erhebende Auffassung der Symbolikdes Todes. Beim Anblicke mancher dieser hohenMarmorbildnisse, die ernsten Auges, in unnahbarerHoheit auf die Gräber hinabblicken, glaubt mansich in jene glänzende Kunstepoche zurückversetzt,die einen Skopas und Praxiteles zu ihren Koryphäenzählte. Die Kuppel der pantheonartig gebautenBotunde, im Mittelpunkte der Gallerten, wird vonmächtigen, monolithen Säulen aus schwarzem Marmorgetragen. Fast unzählbar sind die herrlichen, füreine Ewigkeit geschaffenen Werke, die innerhalb derUmfassungsmauern dieses erst 1839 angelegten Fried-hofes aufgestellt sind; sie legen ein glänzendes Zeugnisab für die hohe künstlerische Begabung eines wirt-schaftlich zurückgegangenen, vielgeschmähten Volkes.

In strömendem Hegen fuhr ich zu meinem Hotelzurück, und da an eine Weiterfahrt auf dem Badedurch die Apenninen unter solchen Umständen nichtzu denken war, beschloss ich, heute noch hier zubleiben, um mit dem Nachteilzuge nach Mailandzu fahren.