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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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nach Genua und wieder über die Schweizeralpen nach'einem andern Meere, der Nordsee, gelangen würde.Doch die Scenerie, welche ein schönes, stets wechselndesBild von dieser Strasse aus hietet, half mir bald überalle Grübeleien hinweg, und frohen Mutes radelte ichlangsam in den Morgen hinein.

Wenn man bei uns zu Hause von einer Radtouran der Biviera spricht, so stellt sich der Unbefangenedarunter gewöhnlich eine herrliche, schattenreiche Strassevor, die sich, überall glatt und eben, am Ufer desMittelmeeres dahinzieht. Schön ist die Strasse aller-dings fast überall, aber schattenreich und eben ist sienur auf kurzen Strecken. Die Vernunft sagt demRadler, dass es doch viel einfacher und vorteilhafterwäre, eine Yerkehrsstrasse dicht unten am Meereanzulegen, statt sie in meilenweiten Umwegen überdie Berge hinwegzuluhren. Aber die Sache hat ihretriftigen Gründe. In früheren Zeiten war das Meernämlich mit einer Unzahl von Seeräuberschiffen derNormannen, der Sarazenen und anderer Baubstämmebelebt. Um diesen gefährlichen Bäubern die Plünderungder Küstenorte aber nicht allzu leicht zu machen,legte man die Dörfer und mit ihnen die Strasse hochoben an den Gebirgsabhängen an. Von dieser Höheaus konnte dem Andrang der Piraten in vielenFällen erfolgreich begegnet werden. Die Caps tretenvom Gebirge aus als hohe, steile Felsmassive pyramiden-förmig weit in das Meer hinein und fallen nach derLandseite hin wieder bis zum nächsten Fluss- oderWildbachbette ab. Die Strasse führt nun über dieseCaps hinüber, und der Radfahrer ist gezwungen dieMaschine an der einen Seite derselben hinaufzudrückenund an der andern mit angezogener Bremse hinab-zufahren. Nicht genug kann auf die Gefährlichkeit,dieser Thalfahrt hingewiesen werden. Trotz der allent-