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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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sandte ihre glühenden Strahlen fast senkrecht zurKrde nieder. Die ebene Strasse wurde von Stundezu Stunde schlechter, und schliesslich zeigte siewieder dieselbe leidige Physiognomie wie die be-

rüchtigte Napoleonische Heerstrasse zwischen Gallarateund Mailand. Ich ermüdete infolge dieser Umständemehr und mehr, und der Scharfblick, den sich der

Radfahrer durch lange Übung in Bezug auf die

Lenkung der Maschine aneignet, stumpfte bei mir

melir und mehr ab, fast apathisch sass ich in deröden Hegend auf dem .Rade. Plötzlich wurde ichaus meinen Träumen aufgerüttelt, ein Stoss, ein Sturzund ich lag mit der Maschine im Strassengraben,der hier glücklicherweise nicht tief war. Schnellerhobich mich wieder und sah, dass ich in eine der ver-hängnissvollen Karrenspuren hineingeraten war, wodurchich zu Fall hatte kommen müssen. Wie der gestürzteKavallerist zuerst nach seinem Bierde sieht, so warmein erster Gedanke das Rad, welches, wie so oft,zu meiner grössten Knaule auch diesmal keinenSchaden genommen hatte. Doch, o weh, meine Hosewar zerrissen, wie konnte ich so weiter fahren? AllesLamentieren half hier nichts, eine neue Hose brachtemir niemand in den einsamen Strassengrahen undkurz entschlossen zog ich die zerrissenen Stoffteilewieder mit Bindfaden zusammen. Obgleich ich auchnoch einige Hautabschürfungen davon getragen hatte,fuhr ich nach diesem unfreiwilligen Intermezzo, demersten derartigen auf meiner ganzen Reise, weiter biszum nächsten Gasthause, wo ich abstieg, um dieWunden zu reinigen und zu verbinden. Dann stillteich den brennenden Durst an einem trefflichen Glasein Kis gekühlten Muskatellers, der nicht mehr kostete,als in Deutschland dasselbe (Quantum Bier, undsorgte ebenso für den knurrenden Magen, der seine

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