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letzten Strecke wenig Interessantes bietet, schlug ichein schnelles Tempo an und langte, Osogno, Cresciano,Claro und Arbedo im Fluge passierend, nach einerStunde in Bellinzona, der Hauptstadt des schweizerischenKantons Tessin, an. Bellinzona liegt noch 237 mhoch und hat 5000 Einwohner; die italienische Sprachewird hier ausschliesslich gesprochen. In strategischerHinsicht hat der Ort auch heute noch Bedeutung,er ist der Schlüssel zur Gotthardstrasse. Wie einvon der Natur errichtetes Bollwerk erhellt sich imTlia.le ein gewaltiges Felsniassiv, welches, von dreiSchlössern gekrönt, die Stadt weithin sichtbar über-ragt. In der Zeit vom XYI. bis Will. Jahrhundert, dadas Tessingebiet noch der Herrschaft der schweizerischenUrkantone unterstand, batten die Landvögte von Uri,Schwyz und Unterwalden ihren Sitz auf diesen Burgen;jetzt dient eine derselben als Gefängnis, während diebeiden andern dem Verfall anheimgegeben sind. InBellinzona fand ich einen vortrefflichen Mittagstisch.Nach dem Mahle pflegte ich ein Stündchen der Buhe,da ich heute doch nicht weiter als bis nach Locarnozu fahren beabsichtigte.
Die Landstrasse ist zwischen Bellinzona undLocarno sehr uneben; an der linken Seite derselbenerheben sich mächtige Gebirgszüge, von denen beiRegenwetter zahlreiche Wildbäche herniederrauschen;rechts ruht der Blick auf üppigen Rebengeländenund wogenden Maisptlanzungen. Bei schlechtemWetter ist die Strasse für den Radler kaum passierbar,da die Bäche dieselbe kreuzen. Grosse Fuhrwerkekönnen wohl immer durch das Wasser fahren, aberder Radfahrer muss die Maschine auf den Rückennehmen und sie über einen kaum m breiten Steghinübertragen. In langsamem, gemütlichem Tempofuhr ich durch die herrliche Gegend, den fruchtbarsten