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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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zerstreutliegender Ruinen von ehemaligen Wohnhäusern.Die Ursache der Zerstörung dieser Bauten war eineWasserflut. die im ganzen Tessinthale vor langenJahren fürchterliches Unheil anrichtete und unsäg-liches Elend im Gefolge hatte.

Durch Bodio und Pollegio fuhr ich auf der gute])Strasse nach Biasea, wo der rein italienische Charakterin jeder Hinsicht zu Tage tritt. Feierlich riefenhelltönende Glocken von der am Bergabhange gelegenenKirche zum Sonntagsgottesdienste. Dessen ungeachtetwurde aber allenthalben in den Werkstätten gearbeitet,gehämmert und gewirtschaftet. Schmutzige Gestaltenin Sammetblusen sassen wie die Türken mit unter-geschlagenen Beinen vor den Häusern und spieltenlärmend um Geld. Die Hausfrauen, in deren Kleidungdie rote Farbe eine grosse Bolle spielt, hantierten mitBesen und Gartengeräten, wie an jedem gewöhn-lichen Wochentage. In einer Wirtschaft,Ristorante,kehrte ich ein, um etwas zu gemessen', aber derAppetit war mir bald vergangen, denn aus allenEcken, von Tischen und Stühlen starrte mir wider-licher Schmutz entgegen. Das einzige, was ich zumir nehmen konnte, war ein Glas guten Landweines;mit dem Mittagessen musste ich mich auf Bellinzonavertrösten. Unwillkürlich stellte ich hier einen Vergleichan zwischen dem schweizerischen Orte Biasea unddem Städtchen Appenzell in der Ostschweiz, der sehrzu Ungunsten des ersteren ausschlug. Hier Un-sauberkeit und Sonntagsentheiligung, dort die pein-lichste Reinlichkeit und der fromme Sinn eines bravenNaturvölkchens.

Ich hatte von Airolo bis hierher 39 km zurück-gelegt, und bis Bellinzona blieben mir noch 17 kmbei sanft abfallender, guter Strasse. Die Sonne zeigtedas heiterste Angesicht, und da die Strasse auf dieser