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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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Teil des Kantons; zahlreiche Indische, wenn auchärmlich aussehende Ortschaften, erhöhen das lieblicheGepräge des Geländes. Nach zwei Stunden hatteich Locarno erreicht, stieg in einem Hotel ab undschleuderte dann in der Stadt herum, um dieselbeetwas genauer kennen zu lernen.

Locarno bat 3360 Einwohner katholischer Kon-fession und gehört seit 1513 zur Schweiz. Im Jahre1553 wurden die Reformierten aus der Stadt, diedamals sehr bedeutend war, vertrieben, und mit ihnenzog auch der Wohlstand aus den verlassenen Häusern.Locarnos berühmteste Seidenweber siedelten nachZürich über, und seit jener Zeit sind Handel undIndustrie der Stadt allmählich auf ein Minimum zurück-gegangen. Die Lage Locarnos am Ausllusse derwilden Maggia in den Lago Maggiore ist paradiesischschön. Leider wird die Stadt durch die sandigenAnschwemmungen der Maggia, die hier ein grossesDelta bildet, immer mehr vom See zurückgedrängt.Um die ganze Herrlichkeit der weithin berühmtenLandschaft überblicken zu können, wandcrte ich gegenAbend den schattigen Pfad hinauf, zu dem Wall-fahrtskirchlein Madonna del Sasso. Dieses vielbe-suchte Gotteshaus liegt 100 m über der Stadt aufeinem steilen Felsenvorsprung. Man geniesst vonhier aus die herrlichste Aussicht auf den See unddessen Umgebung.

Vor unserii Blicken entfaltet sich die Natur inihrer ganzen, entzückenden Schönheit. Einem lang-gestreckten Spiegel gleich liegt der von zahlreichenSchiffen belebte 372 m tiefe Lago Maggiore vor uns.An den Ufern dieses vielbesungenen Sees stehen zahl-reiche weisse Landhäuser und prächtige Villen, die imStrahle der Abendsonne erglänzten, im Norden ergliihteudie Schneeregionen der Alpen in-rotgoldenem Glanze.