und Zerklüftung der Gebirgsformen sogar die Fels-partien an der Teufels!«ücke bei weitem üliertrifft.Tief unten auf der Solde des Tlmles wälzt derTessin seine mächtigen, weissgrünen Wogen zwischenmehr als 1000 m hohen Felsen hindurch, tosend vonStufe zu Stufe.
Wie eine Lilie im öden Heideland, scheinbarvon aller Welt verlassen, steht unterhalb der Strasseauf einem Felsen vorsprung ein kleines, weisses Kirchlein,welches dem romantischen Gepräge dieser Wildnis'noch einen besondern lloiz verleiht. Die Balmüberschreitet die Schlucht auf kühner Brücke, unddie Fahrstrasse zieht sich hoch über dem Flusse ander Felswand hin. Für den zn Thal fahrendenBadler ist die steil abfallende Strasse äusserst gefährlich;wehe dem, der nicht sicher fährt, oder dessen Bad-bremse versagt, unvermeidlich ist sein Sturz bei einerder zahlreichen scharfen Kurven über die niedrigeBrüstung hinab in die Schlucht, in die schäumendenWellen des Tessin. Aber warum auch gerade daim Sattel bleiben, wo die Natur ihre höchsten Beizein so verschwenderischem Masse entfaltet? Line Fuss-wanderung ist an solchen Stellen dem Bad fahrenunter allen Umständen vorzuziehen, denn nur alsFussgänger ist man im stände, die Schönheit derScenerie mit vollen Zügen zu gemessen. Was habenalle diejenigen, die auf die Eisenbahn allein angewiesensind von dem Wunderbaren, das sich hier bietet?Fast gar nichts, beflügelten Laufes trägt sie dasDampfross aus dem lichten Tage in die dunkleNacht des Tunnels, und blitzschnell, wie die Bildereines Kinematographen, gleiten an diesen Beisendendie Glanzpunkte einer Landschaft vorüber, an derder Badlahrer sich erfreuen kann nach Herzenslust,so lange es ihm behebt.