Vergnügen verschwenden, wüssten sie nur, welch’ un-getrübten Hochgenuss, welche reine Freude es demnoch nicht ganz verknöcherten Menschenherzen gewährt,wenn es fern von allem Trivialen in der majestätischenSchönheit der Alpenwelt unbehindert schwelgt, undhoch, oben in diesen lichteren Sphären jene Glück-seligkeit atmet, die in solchen Stunden unsere Brustdurchglüht.
Wir kehrten zum Hotel zurück und waren baldvon Morpheus Armen umfangen.
.Durch einen Heidenlärm wurden wir am anderenMorgen, während es noch dunkelte, aus dem Schlafegerissen. Mehrere lungenstarke Bergsöhne liefen umdas Hotel herum und stiessen aus langen, mächtigenPosaunen so grausige, markerschütternde Töne in dieDämmerung hinaus, als oh es gälte noch einmal dieMauernJerichos zu sprengen. Zweckmässig ist diese sonder-bare Musik doch, sie nässt den Gewohnheits-Lang-schläfer mit aller Gewalt aus dem Bette. Wenneine tüchtige Musikkapelle den in den Badeortenüblichen und sinngemässcren Choral spielen würde,dann fühlte sich mancher dabei noch viel wohier inden Federn, und im Halbschhumner würden viele denSonnenaufgang versäumen.
Schnell fuhren wir in die Kleider und eilten zumGipfel an den hölzernen Aussichtsturm, wo sichbereits viele Touristen und eine Gesellschaft vonSchweizer Landleuten, meist jugendliche, kräftigeGestalten beiderlei Geschlechtes eingefunden hatten.Die meisten dieser Leute standen da mit übernächtigenGesichtern, abgespannt und miicle, sie hatten denAufstieg während der Nacht unternommen und vielleichtnoch am vorhergehenden Tage ihre Berufspliichtenerfüllt. Einen wahren Genuss haben diese Menschenbei dem erhabenen Naturschauspiel des Sonnenaufgangs