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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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auch trefflich munden. Gegen Sonnenuntergang unter-nahm ich noch einen kleinen Spaziergang um denan zwei Seiten von mächtigen, steilen Granitfelseneingeschlossenen 62 m tiefen See. Als ich druntenam Abflüsse desselben, einem wählen, klaren Bergbacheanlangte, dämmerte es bereits. Aber ich hatte keineLust, auf demselben Wege, den ich gekommen, zumHotel zurückzukehren und bog deshalb rechts vomPfade ab. Als mein Ziel fasste ich die Höhe ober-halb des Sees ins Auge und kletterte auf allenVieren über die grossen, bemoosten Granitblöckehimveg; ein guter Radfahreranzug hält ja solcheExtravaganzen aus. Mit vieler Mühe kam ich un-gefähr bis zur Mitte des Berges, und hatte damitdas Eelslabyrinth hinter mir. Nun wunde das Kletternaber noch anstrengender und gefährlicher, indem sichden Steinblöcken ein sehr steil aufsteigender glatterRasen anschloss. Ich dachte schon an die Aufgabemeines Planes; aber nein, hinauf musste ich doch.Auf den Knien hegend zog ich mich an Grasbüschelnund vereinzelt stehenden Sträuchern allmählich emporund erreichte auf diese Weise endlich die Höhe.Aon dort aus schaute ich in die grausige Tiefehinab und konnte mich eines leisen Fröstelns, oh desgefahrvollen Wagnisses, welches ich im Halbdunkelunternommen, nicht entwehren. Ich w'ar an demOstabhang des Gebirgskammes emporgestiegen, daherauch die Dunkelheit. Aus dem Westen sandte dieglutrote Sonnenscheibe eben ihre letzten Strahlen zumir herüber und ein kühler Abendwdnd, der michhier auf dem 1250 m hohen Reissberg urmvehte, be-stimmte mich, möglichst bald ins Hotel zurückzukehren,da ich mir in dem erhitzten Zustande leicht eineErkältung hätte zuziehen können. Der aus der Ent-fernung so harmlos beurteilteSpaziergang hatte