49
■waren mir noch beschieden, ohne dass ich aber dabeiaus dem Sattel kam. Ich hatte auf der ganzenReise Ins jetzt nicht den geringsten Unfall zu ver-zeichnen gehabt und war deshalb der besten Hoffnungauch fernerhin davon verschont zu bleiben.
Die Landstrasse führt durch die hübschen StädtchenSteinbach und Bühl uachAchern. Kurz vor letzterem,bei Sasbach steht ein mächtiger Granitobelisk, dendie Franzosen im Jahre 1829 zum Andenken an den1675 hier gefallenen französischen Marschall Turenneerrichten liesen. Achern hat 3400 Einwohner undbietet des Interessanten nicht viel. In der Habe be-findet sich das kleine Erienbad mit wannen koch-salzhaltigen Quellen. Koch einige Kilometer weiter,und ich kam nach Keuchen, einem säubern Städtchenmit dem Denkmale Grimmelshausens, der als Verfasserdes trefflichen Simplicissimus allgemein bekannt istNach einer weiteren Viertelstunde langte ich in Appen-weier an, von wo aus eine schöne Strasse rechts abnach Strassburg führt. Die alte vielumstrittene „wunder-schöne“ Stadt zog mich auch heute wieder an, aber daich bereits mehrere Male das Glück hatte vonmeinen dortigen Freunden geangelt und längere Zeit'festgehalten zu werden, verzichtete ich für heute aufeine Erneuerung meiner Bekanntschaft mit den Heizenund Sehenswürdigkeiten Strassburgs. Während ichnun die etwas steigende Strasse weiter nach Offen bürghinauf fuhr, zogen meine Gedanken doch unwillkürlichnach Strassburg hinüber. Ich sah im Geiste von derPlattform des herrlichen gotischen Münsters auf dasHäusermeer der Stadt hinab, stand vor dem Wun-derwerke der grossen Uhr, dem prächtigen Kaiserpalastund in der im Blütenschmuck prangenden Orangerie.Meine Freunde sassen wohl wieder fidel und munterin ihrem Stammlokal, dem bekannten Ilestaurant zur
6