.(lenzen kaum noch. Dannstadt ist Haupt- undResidenzstadt des Grossherzogtums Hessen und hat57 000 Einwohner. Breite Strassen, hübsche Park-anlagen und das mächtige Standbild des GrossherzogsLudwigs!, gereichen der Stadt zur Zierde. Das gross-herzogliche Schloss stammt zum Teil aus dem XV.dahrhundert. Die jedermann zugängliche Hofbib-liothek mit 000 000 Bänden und die Gemälde-Gal*lerie bieten manches Interessante und Schöne. Nocheinen stärkenden Trunk guten Pfälzer Weines, undbald trug mich und mein Stahlross die wollige]»HegteI lecke der an Naturschönheiten so reichen Bergstrasse,die sich von Darmstadt bis Heidelberg erstreckt und55 Kilometer lang ist.
Bei angenehmer Temperatur ging die Fahrt durchBessungen und Eberstadt. Auf dieser Strecke, wie über-haupt fast auf der ganzen Bergstrasse, bietet sich demRheinländer ein Bild, welches er daheim nicht antrifft.Da fällt uns vor allem die ausgedehnte Gänsezuchtauf. die Strassen der Ortschaften sind mit diesenHaustieren wie besäet. Aber einfältig ist dieserVogel doch, mit gespreizten Elügeln stürzt er wut-schnaubend auf den Radler zu, der doch der fried-fertigste Mensch von der AVelt ist. Man muss sichoft genug auf der Bergstrasse in Acht nehmen, dassdie unbarmherzige Eahrmaschine in einer Gänseherdenicht blutiges Unheil anrichtet. Berner fällt es unsauf, dass man auf der ganzen Strecke last nur Bar-fiissler sieht, Gross und Klein läuft hier auf nacktenFüssen. Ich philosophierte eben darüber, ob wohl diegrössere Nähe von Wörrishofen hier ihren Einflussgeltend mache, als auch schon der Regen einsetzte,der in einen Landregen auszuarten schien. Abernur das nicht, lieber Gott Pluvius, die armen Radlersind ja sonst rettungslos an die Scholle gekettet, können
Fontzen, Von der Nordsee. 4