26
Pfad durch die schönen Rebenpflanzungen hinauf zurHöhe. Ln vollen Glanze der Morgensonne erstrahltedas herrliche Symbol der deutschen Einheit hochoben auf dem valdumsäumten Gipfel des Berges.Ein herrliches Meisterwerk ist dieses Denkmal; stolzkönnen wir zu ihm aul'hlicken, denn es ist ein glän-zendes Zeugnis für deutsche Kunst und deutschesStreben. Im Jahre 1883 wurde das Nationaldenkmalauf dem Niederwald in Gegenwart des deutschenKaisers und vieler Fürsten vor einer unzähligenMenschenmenge feierlichst enthüllt. Die Ausführungdes gewaltigen Kunstwerkes verdankt das deutscheVolk dem genialen Künstler Professor Schilling inDresden. Der Unterbau ist 25 m hoch und die edleGestalt der Germania hat eine Höhe von 10 l / 2 m.Wunderbar sind die Bronce-Reliefs auf dem Unterhau,die die „Wacht am Rhein.“ den „Auszug des Kriegers“und die „Heimkehr des Kriegers“ packend darstellen.Die allegorischen Statuen des Krieges und des Friedens,sowie Vater Rhein und Frau Mosella sind wahrePerlen der Plastik. Die Kosten der Herstellung desDenkmals beliefen sich auf 1 100 000 Mark.
Der Ausblick von der Terrasse des Denkmals istreich an landschaftlichen Reizen. Der Gesichtskreisumfasst den fruchtbaren Rheingau, das liebliche Nahe-thal und die grünen Abhänge des Taunus. DerRhein treibt seine mächtigen Fluten zu unsernFüssen mit Ungestüm dem Binger Loch entgegen.Wir stehen inmitten einer Scenerie von seltenerNaturschönheit. Die Lieder froher Menschen ver-einigen sich mit den übermütigen Weisen der gefie-derten Sänger, allerorts herrscht Lust und Leben, undunwillkürlich dachte ich im Angesichte all dieser Schön-heit und Sangeslust an den letzten Satz aus Beet-hovens Neunter Symphonie, an seine jubelnden, von