Kö m i s c h - K ü in ra e 1 ö 1.
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Beide lassen sich durch vorsichtige Destillation von einander ge-trennt erhalten. So lange die Temperatur hierbei nicht über 200°steigt, destillirt hauptsächlich Cyrnol über, das man von der ge-ringen Menge Cuminol, die es enthält, durch Destillation überKalihydrat befreien kann.
Das Cymol, C 20 II 14 , ist ein farbloses Oel von angenehmem,an Citronen errinnerndem Geruch; es siedet bei 175°; speeif.Gewicht 0,85. Dasselbe entsteht auch bei der Destillation vonCamphor mit wasserfreier Phosphorsäure (C O0 II 16 O 2 = C^H,«-f- 2HO).
Das Cuminol, welches bei der Destillation des Kümmelölsübergeht, sobald der Siedepunkt auf 220° gestiegen ist, gleicht inseinem Verhalten den Aldehyden. Es ist ein farbloses Oel, vonKümmelgeruch, das scharf und brennend schmeckt.
Das Cuminol geht durch Oxydation leicht, schon durch Auf-nahme des Sauerstoffs der Luft, in Cuminsäure, C, 0 H 12 0 4 (9G4.)über; dasselbe geschieht durch schmelzendes Kalihydrat unterEntwickelung von Wasserstoff:
C, 0 H ls O. 2 -f KO.HO = KO.C s0 H n O„ + 2H.
Mit Chlor und Brom liefert das Cuminol ähnliche Productewie das homologe Bittermandelöl, nämlich Chlorcuminol,C, 0 H n O 2 Cl, und Bromcuminol, C !0 II n O 2 Br.
Römisch-Camillenöl.
558. Bei der Destillation der römischen Camillen (Antltemisnobilis) mit Wasser geht ein Oel über, welches ein Gemengezweier verschiedener Körper ist. Es beginnt bei 100° zu sieden,doch steigt die Temperatur allmälig bis 210°. Erhitzt man esmit Kalihydrat, so wird der sauerstoffhaltige Bestandtheil unterEntwickelung von Wasserstoff in Angelikasäure verwandeil,C^HsOj + KO.HO = KO.C 10 H 7 O 8 + 2H, während derKohlenwasserstoff, C 10 H a , unverändert überdestillirl.
Die Angelikasäure, HO . C 10 H 7 Oj, welche in der Ange-likawurzel neben Valeriansäure sich findet, bildet durchsichtige,farblose Krystalle von saurer Reaction und besitzt einen aroma-tischen Geruch. Sie schmilzt bei 45° und siedet bei 190 ohneZersetzung. In kaltem Wasser wenig löslich, wird sie von kochen-dem Wasser, besonders aber von Alkohol und Aether reichlichgelöst. Sie verflüchtigt sich leicht mit den Wasserdämpfen beimKochen. Mit den Basen bildet sie meist in Wasser und Alkohollösliche Salze; das Bleisalz ist am schwierigsten löslich. Beimstärkeren Erhitzen mit Kalihydrat zerfällt die Angelikasäure